Ein Parkplatz in Niedersachsen, ein Routinestopp – und plötzlich stehen Beamte vor zwei Mordverdächtigen auf der Flucht.
Auf einem Parkplatz in der niedersächsischen Gemeinde Isterberg endete am Freitagabend die internationale Fahndung nach zwei kroatischen Staatsangehörigen. Gegen 19:20 Uhr kontrollierten Zivilfahnder der deutschen Bundespolizei im Rahmen der vorübergehend wiedereingeführten Binnengrenzkontrollen einen Pkw mit slowakischen Kennzeichen. Bei der Überprüfung stellte sich heraus, dass gegen den 31-jährigen Fahrer und seine 29-jährige Begleiterin europäische Haftbefehle zur Auslieferung an Slowenien vorlagen.
Bei den Festgenommenen handelt es sich um einen 31-jährigen Mann und eine 29-jährige Frau, beide kroatische Staatsangehörige. Die slowenische Polizei bringt sie mit dem gewaltsamen Tod eines 76-jährigen Mannes in Laško Ende Juli in Verbindung. Nach Angaben der deutschen Bundespolizei wird ihnen vorgeworfen, das Opfer gemeinsam gefoltert, geschlagen und gewürgt zu haben. Die slowenische Justiz sucht die beiden wegen gemeinschaftlicher schwerer Körperverletzung und vorsätzlicher Tötung.
Auslieferung eingeleitet
Nach einer Nacht im Polizeigewahrsam wurden die beiden Festgenommenen am Samstag einem Richter am Amtsgericht Nordhorn vorgeführt. Dort wurde eine vorläufige Festhalteanordnung erlassen, anschließend kamen beide in eine Justizvollzugsanstalt. Das weitere Auslieferungsverfahren nach Slowenien hat die Generalstaatsanwaltschaft Oldenburg übernommen.
Bei der weiteren Kontrolle entdeckten die Beamten zusätzliche Unregelmäßigkeiten: Die slowakischen Kennzeichen gehörten zu einem anderen Fahrzeug, zudem besaß der 31-jährige Fahrer keine gültige Fahrerlaubnis. Der Pkw wurde daraufhin beschlagnahmt und wegen der festgestellten Verstöße wurden weitere Verfahren eingeleitet.