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BEI ANPROBE

Kundin verletzt sich an Preisschild und will Schmerzensgeld

PREISSCHILD_KLEIDUNG
(FOTO: iStock)

Ein peinlicher Zwischenfall ereignete sich kürzlich in einem Outlet-Store in München, der nicht nur für Aufsehen sorgte, sondern auch vor das Landgericht München gebracht wurde. Eine Kundin, die sich beim Anprobieren eines T-Shirts durch ein Preisschild am Auge verletzte, sah sich gezwungen, ihre Forderung nach Schmerzensgeld vor Gericht durchzusetzen. Dieser ungewöhnliche Fall wirft ein Schlaglicht auf die juristischen Auseinandersetzungen im deutschen Einzelhandel.

Im April 2023 begab sich die besagte Kundin auf eine wohl unglückliche Shoppingtour. Beim Hineinschlüpfen in ein neues T-Shirt traf sie das Preisschild mit unglücklicher Wucht direkt ins rechte Auge. Die Folgen waren schwerwiegend: erhebliche Verletzungen, die eine Augenoperation erforderlich machten. Auch Monate später litt die Betroffene noch unter Schmerzen und einer beeinträchtigten Sicht – ein Zustand, der ihren Alltag und ihre Lebensqualität erheblich beeinträchtigt.

Juristische Auseinandersetzung

Die Frau zog vor Gericht und forderte eine Entschädigung in Höhe von 5.000 Euro. Sie argumentierte, dass der Betreiber des Outlet-Stores eine Warnung hätte aussprechen oder Maßnahmen ergreifen müssen, um solche Verletzungen durch Preisschilder zu verhindern. Jedoch kam das Landgericht München zu einer anderen Einschätzung der Sachlage.

Gerichtsentscheidung

Das Gericht unterstrich in seinem Urteil, dass die Anbringung von Preisschildern an Kleidungsstücken eine allgemein bekannte und zu erwartende Praxis sei. Kunden würden in der Regel vor dem Anprobieren auf die Preisschilder achten und könnten daher selbst Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, um solche Unfälle zu verhindern. Es wurde als unverhältnismäßig angesehen, vom Betreiber des Geschäfts gesonderte Warnhinweise bezüglich der Preisschilder zu verlangen.

Das Gericht entschied, dass der Ladenbetreiber seine Verkehrssicherungspflicht erfüllt habe. Das Preisschild, das zu der Verletzung führte, war ein Standardetikett mit abgerundeten Ecken, das problemlos ertastbar war. Daher sahen die Richter keine Grundlage für eine Entschädigung, da sowohl angemessene Sicherheitsvorkehrungen getroffen wurden als auch die Verantwortung für die eigene Sicherheit bei der Kundin lag.