Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Abriss

Lamarr-Bauruine: Stadt Wien erteilt Baubewilligung für neues Projekt

Lamarr-Bauruine: Stadt Wien erteilt Baubewilligung für neues Projekt
FOTO: KOSMO/vw
3 Min. Lesezeit |

Jahrelang prägte eine Bauruine das Bild der Mariahilfer Straße – nun kommt Bewegung in das Vorzeigeprojekt der Bundeshauptstadt.

Die Baubewilligung für das neu konzipierte Lamarr-Gebäude an der Mariahilfer Straße ist erteilt – damit kann eines der bekanntesten Bauprojekte der Bundeshauptstadt in die nächste Phase treten. „Die Baubewilligung für den Planwechsel liegt seit 24. Februar vor“, bestätigte eine Sprecherin der Wiener Baupolizei gegenüber „Wien heute“. Die Stumpf Development GmbH, eine Tochterfirma der Unternehmensgruppe des Wiener Investors Georg Stumpf, hatte das unvollendete Kaufhaus im Herbst 2024 im Zuge der Insolvenz der Signa-Gruppe von René Benko erworben. Der Kaufpreis betrug 100,5 Millionen Euro.

Bereits im vergangenen Sommer starteten die Rückbauarbeiten am fertiggestellten Rohbau. Seither wurden rund 30.000 Tonnen Beton sowie etwa 1.800 Tonnen Stahl von der Baustelle abtransportiert. Die Stumpf-Gruppe betonte, dass das anfallende Material einer Wiederverwertung zugeführt werde.

Neues Nutzungskonzept

Der weitgehende Rückbau des Rohbaus war notwendig geworden, weil die Geschoßhöhen für die vorgesehene Wohnnutzung nicht geeignet waren. Erhalten blieb hingegen der rückwärtig gelegene Hotelteil samt der darüber befindlichen, öffentlich zugänglichen Dachterrasse. Letztere muss jedoch in angepasster Form weiterbestehen, da ein vertraglich festgelegtes Nutzungsrecht – ein sogenanntes Servitut (dingliches Nutzungsrecht) – dies vorschreibt, das insbesondere Wien-Neubau ein wichtiges Anliegen war.

Der Baubeginn für das neue Projekt ist in etwa einem Monat vorgesehen. Im Untergeschoß, Erdgeschoß sowie im ersten Obergeschoß sollen auf rund 12.000 Quadratmetern Verkaufsflächen entstehen, darunter Einzelhandel und Gastronomie. Die Stockwerke zwei bis acht sind für rund 200 Eigentumswohnungen vorgesehen, deren Verkauf allein einen dreistelligen Millionenbetrag einbringen soll.

Die ursprünglich geplante Gebäudehülle bleibt dabei erhalten, das Gesamtvolumen werde jedoch „massiv“ verringert und durch einen großzügig angelegten Innenhof ergänzt, hieß es. Eine Änderung des Nutzungskonzepts ist in diesem Fall zulässig, weil die geltende Flächenwidmung auch Wohnnutzung erlaubt. Da das Objekt jedoch in einer ausgewiesenen Geschäftszone liegt, sind Handelsflächen in den unteren Etagen verpflichtend.

Reiters Kritik

Die Fertigstellung ist laut dem Eigentümer für das erste Quartal 2028 geplant. In Wien-Neubau wird der Fortgang des Projekts mit Erleichterung aufgenommen. „Ich glaube, das wollen alle hier in der Gegend, dass die Abbrucharbeiten bald weg sind und dass mit den Bauarbeiten begonnen wird. Und dass dann das kommt, was wir uns alle wünschen, nämlich ein Impuls für die untere Mariahilfer Straße“, sagte der Bezirksvorsteher von Wien-Neubau, Markus Reiter (Grüne).

Reiter kündigte zudem an, dass die angrenzende Karl-Schweighofer-Gasse nach Abschluss des Projekts durch eine Bepflanzung mit Bäumen neu gestaltet werden soll. Gleichzeitig sieht der Bezirksvorsteher den Vorgang als Anlass für gesetzgeberischen Handlungsbedarf. „Das war ein sogenannter Rückbau, und ich habe das auch schon eingemeldet bei der Stadt, rasch die Bauordnung zu ändern. Denn das kann nicht so bleiben, das ist eine Riesenverschwendung von sogenannter grauer Energie“, sagte Reiter über die hohen Mengen an Abbruchmaterial.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen