In den Wiener Pflichtschulen stellt die Sprachbarriere eine zunehmend kritische Hürde dar. Eine Untersuchung von Statistik Austria offenbart, dass etwa 70 Prozent der Schüler im Alltag kein Deutsch sprechen. Besonders in den Volksschulen der Hauptstadt ist die Lage prekär: Hier wachsen 50 Prozent der Kinder in einem Umfeld auf, in dem Deutsch nicht die Alltagssprache ist. Diese sprachliche Diskrepanz ist nicht nur für die betroffenen Kinder eine Herausforderung; auch Eltern und Lehrkräfte stehen vor erheblichen Schwierigkeiten.

Thomas Krebs, der Vorsitzende des Zentralausschusses der Wiener Landeslehrer an Allgemeinen Pflichtschulen, beschreibt eine besorgniserregende Tendenz: Viele Lehrkräfte suchen sich gezielt Arbeitsumfelder, in denen Deutsch die dominierende Unterrichtssprache ist, und verlassen dafür teilweise Wien oder sogar den Lehrberuf. Die mangelnden Deutschkenntnisse der Schülerinnen und Schüler begrenzen deren Zukunftsperspektiven erheblich und stellen somit ein weitreichendes Problem dar.
Politik in der Kritik
Krebs kritisiert, dass seitens der Politik keine ausreichenden Maßnahmen ergriffen wurden, um sicherzustellen, dass alle Kinder vor ihrem Schuleintritt ausreichende Deutschkenntnisse erlangen. Diese Versäumnisse führen dazu, dass Lehrpersonen sich oftmals mit einer Schülerschaft konfrontiert sehen, die sie sprachlich nicht erreichen können.
Vor dem Hintergrund dieser Problematik neigen Eltern, denen an einer Bildung mit deutscher Verkehrssprache gelegen ist und die es sich leisten können, dazu, ihre Kinder in Privatschulen zu schicken. Einige überlegen sogar, Wien zu verlassen. Krebs befürchtet, dass die Abkehr von Deutsch als Verkehrssprache in einigen Schulbereichen dazu führen könnte, dass Eltern tief in die Tasche greifen müssen, um ihren Kindern adäquate Bildungschancen zu ermöglichen.
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Forderung nach Sprachkompetenz vor Schuleintritt
Als Lösungsansatz fordert Krebs zwingend, dass vor dem Schuleintritt aller Wiener Pflichtschüler ausreichende Deutschkenntnisse sichergestellt werden. Nur so könne den Lehrkräften ein attraktiver Arbeitsplatz geboten werden und die schulische Bildung auf ein stabiles Fundament gestellt werden.