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Asylpolitik

Anzahl der Anträge auf Familiennachzug in Österreich sinkt

(FOTO: BKA/Florian Schrötter/iStock/dinosmichail)
(FOTO: BKA/Florian Schrötter/iStock/dinosmichail)

Das österreichische Innenministerium verzeichnet einen merklichen Rückgang bei den Anträgen auf Familienzusammenführung. Aktuelle Statistiken offenbaren einen Abwärtstrend, der sich in den kommenden Monaten voraussichtlich fortsetzen wird. Im April dieses Jahres sank die Zahl der Einreiseanträge im Vergleich zu Januar um beträchtliche 1.374, womit sich ein deutlicher Unterschied zum Vorjahresmonatsschnitt von 1.169 Anträgen zeigt

Einfluss auf Asylgesuche

Die verringerte Anzahl der Anträge im Rahmen der Familienzusammenführung wird sich voraussichtlich bald auch in den Asylzahlen niederschlagen, wobei diese Entwicklung einige Wochen in Anspruch nehmen könnte. Interessanterweise bildet die Gruppe der bis zu siebenjährigen Kinder die größte Fraktion unter den Antragstellenden, und der Anteil weiblicher Asylsuchender liegt mit über 45 Prozent ungewöhnlich hoch. Das geht aus Zahlen des Innenministeriums hervor, die der APA vorliegen.

Asylanträge im Überblick

Das erste Quartal des Jahres verzeichnete 9.173 Asylanträge, was einem Rückgang von 33 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Besonders auffällig ist die hohe Zahl minderjähriger Antragsteller, die fast die Hälfte der Gesamtzahl ausmacht. Die meisten Anträge stammen von Syrern, gefolgt von afghanischen Bürgern, deren Chancen auf Asylgewährung weiterhin hoch sind.

Im April zählte das Innenministerium 811 beantragte Einreisen nach Österreich – 563 weniger als im Jänner.

Europäischer Kontext

Die Anzahl der Asylanträge in Europa zeigt mit 332.500 Gesuchen eine Stabilität zum Vorjahr, wobei Griechenland und Italien stark ansteigende Zahlen vermelden. Österreich befindet sich bezüglich der Anträge pro Kopf der Bevölkerung aktuell auf dem sechsten Platz im europäischen Vergleich.

Effektivität der Grenzkontrollen

Das Innenministerium – unter Bundesminister Gerhard Karner – zeigt sich erfreut über den Effekt der verstärkten Grenzkontrollen. Im Burgenland wurden signifikant weniger illegale Grenzübertritte registriert. So gab es in den ersten vier Monaten des Jahres im Burgenland 235 Aufgriffe nach illegalen Grenzübertritten. Zum Vergleich: Im selben Zeitraum des Jahres 2023 waren es 5.833 und ein Jahr davor sogar 8.587.

Die aktuellen Zahlen der Grundversorgung weisen mit knapp 74.900 untergebrachten Personen einen deutlichen Rückgang im Jahresvergleich auf, wobei die Mehrheit der Unterstützten aus der Ukraine stammt.