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Strafe

Lieferdienst-Gigant muss 223 Millionen für illegale Marktabsprachen zahlen

Lieferdienst-Gigant muss 223 Millionen für illegale Marktabsprachen zahlen
FOTO: wikimedia/Tiia Monto
2 Min. Lesezeit |

Millionenstrafe für Delivery Hero, der in Österreich mit Foodora vertreten ist: Der Essenslieferdienst muss 223 Millionen Euro zahlen. Hinter den Kulissen lief ein ausgeklügeltes Kartell mit dem spanischen Konkurrenten Glovo.

Die EU-Kommission hat gegen den deutschen Essenslieferdienst Delivery Hero eine Geldstrafe von rund 223 Millionen Euro verhängt. Grund dafür ist die Bildung eines illegalen Kartells mit dem spanischen Lieferdienstunternehmen Glovo, das seinerseits mit einer Strafzahlung von knapp 106 Millionen Euro belegt wurde. Wie aus Brüssel verlautete, haben sich die beiden Unternehmen wettbewerbswidrige Absprachen zuschulden kommen lassen – unter anderem bei der Preisgestaltung und bei strategischen Entscheidungen.

Die Verstöße gegen das Wettbewerbsrecht umfassten laut EU-Kommission auch Vereinbarungen zum gegenseitigen Verzicht auf Personalabwerbung sowie zur geografischen Aufteilung von Märkten. Die kartellrechtlich problematischen Absprachen erfolgten über verschiedene Kommunikationskanäle, darunter E-Mail und WhatsApp-Nachrichten.

Laufende Untersuchungen

Die Untersuchungen in dieser Angelegenheit laufen bereits seit längerer Zeit. Im November 2023 führte die Kommission unangemeldete Kontrollen an den Unternehmensstandorten in Berlin und Barcelona durch. Delivery Hero hielt seit Juli 2018 zunächst Minderheitsanteile an Glovo, bevor der Konzern im Juli 2022 die vollständige Kontrolle über das spanische Unternehmen übernahm.

Die EU-Kommission betont, dass die kartellrechtlichen Verstöße vor dieser Übernahme stattfanden. Beide Unternehmen haben ihre Beteiligung an den illegalen Absprachen nicht bestritten. Delivery Hero hatte im Vorjahr bereits öffentlich gemacht, dass Strafzahlungen von möglicherweise über 400 Millionen Euro drohen könnten, obwohl der Konzern für diesen Rechtsstreit nur 186 Millionen Euro zurückgestellt hatte.

Marktauswirkungen

Zu den konkreten Auswirkungen auf Verbraucher oder Mitbewerber in Deutschland machte die EU-Kommission keine detaillierten Angaben. Ein Kommissionsbeamter wies jedoch darauf hin, dass Delivery Hero zeitweise auf dem deutschen Markt aktiv war, während Glovo dort nicht operierte. Beide Unternehmen gehören zu den führenden Lebensmittel-Lieferdiensten in Europa und bieten auf ihren Plattformen auch andere Produkte an.

In Österreich ist Delivery Hero mit der Marke Foodora vertreten.

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KO KOSMO-Redaktion
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