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Sicherheitskrise

London warnt: USA könnten Europa im Stich lassen

London warnt: USA könnten Europa im Stich lassen
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3 Min. Lesezeit |

Trumps NATO-Rhetorik zwingt London zum Umdenken: Ein Parlamentsausschuss fordert nun einen Plan für den Fall, dass Amerika schweigt.

Ein einflussreicher britischer Parlamentsausschuss hat London und die europäischen NATO-Verbündeten eindringlich gewarnt, sich auf das schlimmstmögliche Szenario vorzubereiten: jenes, in dem die Vereinigten Staaten im Ernstfall nicht zur Seite stehen. Der Gemeinsame Ausschuss für nationale Sicherheitsstrategie, dem Abgeordnete beider Parlamentskammern angehören, forderte die Regierung auf, einen konkreten Plan für eine schrittweise Ablösung von der bilateralen Abhängigkeit gegenüber Washington zu erarbeiten – in den Bereichen Nuklearkapazitäten, Geheimdienste und konventionelle Verteidigung. Darüber hinaus empfahl das Gremium, gemeinsam mit europäischen Partnern und Kanada einen Übergang zu einer stärkeren europäischen Führungsrolle innerhalb der NATO vorzubereiten.

Trumps Druckmittel

Der Bericht wurde am Freitag veröffentlicht – zu einem Zeitpunkt, an dem Präsident Donald Trump seine Verbündeten erneut scharf kritisiert hatte, weil sie sich seinem militärischen Vorgehen gegen den Iran nicht angeschlossen hatten. In einem Posting in den sozialen Medien schrieb Trump: „Die USA brauchen nichts von der NATO, aber ‚vergesst niemals‘ diesen sehr wichtigen Moment in der Geschichte.“ Dieser Satz wird im Bericht als weiteres Indiz dafür gewertet, dass auf die bedingungslose Unterstützung Washingtons im Sinne von Artikel 5 des NATO-Gründungsvertrags nicht mehr uneingeschränkt Verlass ist.

Der Ausschuss warnt ausdrücklich vor der Möglichkeit, dass Trump jeden Hebel nutzen könnte, den er gegenüber Verbündeten in der Hand hat, sobald diese etwas tun, das seinen Vorstellungen widerspricht. Mit Blick auf die weitreichende britische Abhängigkeit von den USA in zentralen Verteidigungs- und Sicherheitsbereichen hält der Bericht fest, es gebe „nachgewiesene Spannungsfelder in der britisch-amerikanischen Beziehung, die die Verlässlichkeit dieser Abhängigkeit in absehbarer Zukunft gefährden könnten“. Das Gremium betont dabei, dass die Zusammenarbeit mit Washington dort, wo sie sinnvoll ist, fortgesetzt werden solle – aber eben flankiert von einem klaren Alternativplan.

Zu den jüngsten Provokationen zählt auch Trumps wiederholte Herabsetzung von Premierminister Keir Starmer, dem er jede Ähnlichkeit mit Winston Churchill abspricht. Die beiden Flugzeugträger der Royal Navy bezeichnete er abfällig als „Spielzeug“, während er anderen NATO-Mitgliedern vorwarf, „absolut nichts“ getan zu haben, um im Kampf gegen das iranische Regime beizutragen.

Der Bericht hält unmissverständlich fest: „Bei der Vorbereitung auf das schlimmstmögliche Szenario, in dem Europa im Krisenfall nicht mehr auf amerikanische Unterstützung zählen kann, muss die Regierung mit europäischen Partnern zusammenarbeiten, um in eigene Fähigkeiten zu investieren und einen möglichen Rückzug der USA aufzufangen.“ Großbritannien ist dabei in besonderem Maße exponiert – die enge Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft mit Washington, die sich über Jahrzehnte unter dem Begriff der „besonderen Beziehung“ entwickelt hat, macht jede Schwächung des transatlantischen Bandes für London besonders folgenreich.

Kritische Abhängigkeiten

Strukturell ist das Bündnis stark auf amerikanische Ressourcen ausgerichtet: Der Oberste Befehlshaber der alliierten Streitkräfte in Europa ist traditionell ein US-General, und das amerikanische Militär stellt entscheidende Kapazitäten bereit – von Satellitenaufklärung über elektronische Kriegsführung bis hin zu überlegener Feuerkraft. Rein europäische Streitkräfte ohne diese Komponenten wären erheblich weniger schlagkräftig.

Konkret benennt der Ausschuss mehrere besonders kritische Abhängigkeiten: die Wartung der britischen Trident-Raketen (nukleares U-Boot-Waffensystem), bestehende Geheimdienstkooperationen, die Lieferung von F-35-Kampfjets sowie das laufende Programm zum Bau von Angriffs-U-Booten.

In all diesen Bereichen ist das Vereinigte Königreich derzeit maßgeblich auf amerikanische Mitwirkung angewiesen.

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KO KOSMO-Redaktion
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