Ein Wassereis sorgt im Wiener Rathaus für Aufruhr – und bringt eine Kinderveranstaltung ins Kreuzfeuer der Politik.
Bei einer Kinderveranstaltung im Wiener Rathaus wurden Wassereis-Produkte mit unangebrachten Aufdrucken an Kinder verteilt. Der Vorfall ereignete sich bei Wienopolis, einer von WienXtra organisierten Veranstaltung. Auf den betroffenen Produkten waren Sprüche wie „Lutsch Dein Ding“ aufgedruckt.
WienXtra ist als Verein organisiert und tritt gemeinsam mit der Stadt Wien – Bildung und Jugend als Medieneigentümerin und Herausgeberin auf. Der Verein arbeitet in enger Kooperation mit der Stadt Wien, insbesondere mit der Abteilung Bildung und Jugend (MA 13), und wird für seine Kinder- und Jugendarbeit von der Stadt Wien finanziert.
Obwohl die entsprechenden Artikel im Vorfeld aussortiert worden waren, gelangten sie durch einen Fehler dennoch zur Verteilung. Der Vorfall zog rasche politische Reaktionen nach sich, vor allem seitens ÖVP und FPÖ.
Politische Reaktionen
Die Wiener ÖVP-Familiensprecherin Sabine Keri verlangte Aufklärung darüber, wie es zur Ausgabe der Produkte kommen konnte, und stellte die Frage, ob ein Kinderschutzkonzept vorhanden gewesen sei. Die Wiener FPÖ-Familiensprecherin Ricarda Berger bezeichnete den Vorgang als „psychische Grenzüberschreitung“ und forderte Konsequenzen. Auch Wiener FPÖ-Klubobmann Maximilian Krauss schloss sich den Forderungen an und sprach sich für eine umfassende Überprüfung aus.
WienXtra entschuldigte sich öffentlich für den Vorfall und räumte ein, dass es sich um einen „großen Fehler, der nicht passieren darf“ gehandelt habe. Das Unternehmen betonte, die betroffenen Produkte seien im Vorfeld der Veranstaltung gezielt aussortiert worden – trotzdem wurden sie am Ende ausgegeben.
Öffentliche Debatte
Ausgelöst wurde die öffentliche Diskussion durch das Facebook-Posting einer Mutter, die nach dem Besuch der Veranstaltung ihre Bestürzung über die entdeckten Aufdrucke schilderte. Während ein Teil der Nutzer vor einer Überreaktion warnte und darauf hinwies, dass Kinder die Zweideutigkeit der Sprüche womöglich gar nicht wahrnähmen, betonten andere die grundsätzliche Bedeutung des Kinderschutzes bei öffentlichen Veranstaltungen.