Mit Bargeld im Versteck und Luxusuhren im Schrank: Eine Wiener Taxi-Unternehmerfamilie soll den Staat um Millionen betrogen haben. Die Behörden schlugen jetzt zu.
Ein Wiener Taxi-Unternehmen steht im Zentrum umfangreicher Ermittlungen wegen Steuerhinterziehung. Das Amt für Betrugsbekämpfung (ABB) hat eine Unternehmerfamilie entlarvt, die mutmaßlich Millionenbeträge am Fiskus vorbeigeschleust hat. Bei koordinierten Durchsuchungen an sieben verschiedenen Standorten in Wien und Umgebung stellten die Behörden umfangreiches Beweismaterial sicher. Während einer dieser Aktionen entdeckte ein Spürhund des Zolls 60.000 Euro Bargeld, das die Verdächtigen zu verbergen versucht hatten.
Die Ermittlungen richten sich derzeit gegen fünf Personen, wobei dieser Kreis noch wachsen könnte. In einer konzertierten Aktion zwischen dem Finanzamt, der Finanzpolizei, der Zentralstelle für internationale Zusammenarbeit und der Landespolizeidirektion Wien wurde aufgedeckt: Die Familie soll über Jahre systematisch Umsätze verschleiert haben. Laut Ermittlern entgingen dem Staat dadurch Steuern und Abgaben in Millionenhöhe.
Christian Ackerler, Vorstand des ABB, unterstrich die Bedeutung solcher Einsätze: „Die Bekämpfung von Steuer- und Abgabenbetrug ist zentral für die Aufrechterhaltung von Fairness und Rechtsstaatlichkeit in der Wirtschaft. Die Aktion zeigt, dass wir in allen Branchen gegen organisierte Steuerkriminalität vorgehen. Selbst dort, wo sie auf den ersten Blick gut getarnt ist.“
Branche steht unter verschärfter Beobachtung
Der aktuelle Fall reiht sich in eine Serie von Kontrollen in der Wiener Taxibranche ein. Bereits in großangelegten Schwerpunktkontrollen wurden bei 52 Unternehmen zahlreiche Verstöße aufgedeckt, darunter Schwarzarbeit, Steuerhinterziehung und Missbrauch von Sozialleistungen. Allein im Mai und Juni 2024 konnten durch Pfändungen und Nachforderungen mehr als 340.000 Euro an Abgabenrückständen eingehoben werden.
Die Finanzpolizei und das Finanzamt führen solche koordinierten Aktionen regelmäßig durch, um systematischen Abgabenbetrug in der Branche aufzudecken und zu ahnden. Dies unterstreicht die anhaltenden Probleme mit Steuerhinterziehung im Wiener Taxigewerbe.
Beschlagnahmte Vermögenswerte
Die Behörden beschlagnahmten zahlreiche Wertgegenstände, darunter Luxusfahrzeuge, hochwertige Uhren und Bargeld. „Die Sicherstellung dieser Vermögenswerte dient auch der Absicherung möglicher Strafzahlungen im Falle einer Verurteilung“, erklären die Ermittler. Zusätzlich wurden Geschäftsunterlagen, elektronische Datenträger und Mobiltelefone konfisziert.
Finanzminister Markus Marterbauer betont: „Betrug schadet allen ehrlichen Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern und untergräbt den fairen Wettbewerb. Wer glaubt, sich durch unlautere Mittel einen Vorteil verschaffen zu können, riskiert empfindliche Strafen.“
Laufende Untersuchungen
In der Taxi-Branche herrscht nun Verunsicherung. Die Auswertung des sichergestellten Materials hat gerade erst begonnen, und die Untersuchungen dauern an. Da weitere Details die laufenden Ermittlungen gefährden könnten, halten sich die Behörden mit Informationen zur genauen Vorgehensweise zurück.
Fest steht jedoch: Am Ende werden die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen.