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Diplomatie

Magyars Österreich-Ungarn-Träume lassen Vucic kalt

Magyars Österreich-Ungarn-Träume lassen Vucic kalt
Foto: epa/ANDREJ CUKIC, Robert Hegedus
2 Min. Lesezeit |

Ein Treffen, das besser lief als erwartet – und Vucic hat klare Worte zu Magyars historischen Ambitionen.

Serbiens Präsident Aleksandar Vucic hat sich am Dienstag zu den jüngsten Äußerungen des künftigen ungarischen Premierministers Peter Magyar geäußert. Magyar hatte angekündigt, die Beziehungen Ungarns zu seinen Nachbarländern ausbauen zu wollen – allen voran zu Österreich. Als Grundlage dafür nannte er nicht nur enge wirtschaftliche Verflechtungen, sondern auch die gemeinsame Geschichte beider Länder seit der Zeit der österreichisch-ungarischen Monarchie.

„Wir haben einst ein Land geteilt, und Österreich ist ein wichtiger Wirtschaftspartner Ungarns. Ich möchte diese Beziehungen aus historischen, kulturellen und wirtschaftlichen Gründen stärken“, hatte Magyar erklärt.

Vucics Reaktion

Vucic, der sich anlässlich der feierlichen Eröffnung einer neuen Produktionsanlage des Unternehmens Weider Srpska fabrika stakla in Paraćin (Zentralserbien) zu Wort meldete, zeigte sich von Magyars Ansatz wenig beunruhigt. Eine Rückkehr imperialer Strukturen sehe er darin nicht. „Ungarn hat nach dem österreichisch-ungarischen Ausgleich den größten Fortschritt gemacht. Ich nehme zur Kenntnis, dass man in Brüssel darauf besteht“, sagte Vucic.

Gemeinsame Projekte

Zugleich äußerte er sich zu seinem Gespräch mit Magyar vom Vortag. Er wechsle weder Freunde noch politische Positionen, betonte der Präsident – gute Beziehungen zu Ungarn lägen schlicht im serbischen Interesse. Das Treffen selbst sei besser verlaufen als erwartet, ohne unangenehme Töne.

„Wir haben viele gemeinsame Projekte. Ungarn möchte Anteile an NIS (serbischer Ölkonzern) erwerben, bezieht Gas über Serbien – die Eisenbahnverbindung habe ich noch gar nicht erwähnt. Vieles verbindet uns. Ich bin als verantwortungsvoller Mensch froh über den Ton, der dabei gefunden wurde“, so Vucic.