Tödliches Fast Food in Italien: Ein Sandwich kostete einen 52-Jährigen das Leben, neun weitere Personen kämpfen mit schweren Vergiftungssymptomen.
Nach dem Verzehr eines Sandwiches ist ein 52-jähriger Mann in Diamante in Kalabrien verstorben. Die Todesursache deutet auf eine Botulismusvergiftung hin. Neun weitere Personen mussten in Krankenhäuser eingeliefert werden, wobei sich vier von ihnen in kritischem Zustand auf Intensivstationen befinden. Alle Betroffenen hatten zuvor Sandwiches mit Wurst und Stängelkohl an einem Foodtruck konsumiert.
Das Todesopfer aus Neapel klagte nach dem Verzehr über Unwohlsein. Trotz sofortiger Alarmierung des Rettungsdienstes durch die Familie verstarb der Mann noch vor seiner Einlieferung ins Krankenhaus.
Die erkrankten Personen weisen typische Anzeichen einer Botulismusvergiftung auf, darunter Sehstörungen und Erbrechen. Mehrere der Betroffenen befinden sich nach wie vor in kritischem Zustand auf Intensivstationen, darunter auch Jugendliche. Die Gesundheitsbehörde der Provinz Cosenza hat inzwischen Proben der Lebensmittel aus dem betroffenen Foodtruck sichergestellt und den Betrieb vorübergehend geschlossen.
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Ähnlicher Fall Sardinien
Parallel zu diesem Vorfall ereignete sich Ende Juli eine ähnliche Vergiftungsserie auf Sardinien. In Cagliari wurden acht Personen mit vergleichbaren Symptomen registriert, darunter ein elfjähriges Kind. Der Junge wurde in kritischem Zustand in die Poliklinik Gemelli nach Rom verlegt.
Sein Zustand hat sich zwar stabilisiert, zeigt jedoch keine wesentliche Verbesserung. Er wird weiterhin auf der pädiatrischen Intensivstation behandelt und soll in den kommenden Tagen operiert werden, um seine Atmung zu stabilisieren und Komplikationen durch die künstliche Beatmung zu vermeiden.
Die sieben weiteren Betroffenen aus Sardinien werden nach wie vor in Krankenhäusern in Cagliari versorgt. Sie hatten alle Sandwiches auf einem Volksfest verzehrt. Die Staatsanwaltschaft von Cagliari hat zu diesem Fall Ermittlungen eingeleitet.
Gefährliche Vergiftung
Bei Botulismus handelt es sich um eine Vergiftung, die durch das Bakterium Clostridium botulinum verursacht wird. Auf der Webseite des österreichischen Gesundheitsministeriums wird darauf hingewiesen, dass die von diesem Bakterium produzierten Nervengifte zu den stärksten bekannten Toxinen zählen.
Besonders gefährdet sind nicht fachgerecht zubereitete Konserven und Honig, wobei es sich meist um hausgemachte und selten um industriell hergestellte Produkte handelt. Eine Vergiftung kann eintreten, wenn kontaminierte Nahrungsmittel nicht ausreichend erhitzt werden.
Die Symptome einer Botulismusvergiftung treten typischerweise zwölf bis 36 Stunden nach dem Verzehr belasteter Lebensmittel auf, in manchen Fällen auch erst nach mehreren Tagen. Zu den charakteristischen Anzeichen gehören Sehstörungen, Schluckbeschwerden und eine rasch fortschreitende schlaffe Lähmung.
Das Gesundheitsministerium betont, dass Betroffene umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen sollten. In Österreich besteht für diese Erkrankung eine Meldepflicht, wobei sie äußerst selten auftritt: Seit dem Jahr 2000 wurden landesweit lediglich 20 Fälle registriert.
Seit der Einführung der künstlichen Beatmung wurde in Österreich kein Todesfall mehr bei labordiagnostisch bestätigtem Botulismus dokumentiert.