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Tragisch

Crash am Balkan: Zwei Tote nach Sekundenschlaf am Steuer

Crash am Balkan: Zwei Tote nach Sekundenschlaf am Steuer
Symbolbild FOTO: iStock
3 Min. Lesezeit |

Ein Moment der Unachtsamkeit, zwei Todesopfer: Eine Wienerin schlief am Steuer ein und verursachte einen verheerenden Unfall auf dem Weg in den Familienurlaub.

Ein Familienurlaub endete für eine Wiener Familie in einer verheerenden Tragödie. Die 55-jährige Susanna A. musste sich am 4. August vor dem Wiener Landesgericht verantworten, nachdem sie auf der Fahrt nach Montenegro am Steuer eingeschlafen war. Bei dem folgenden Unfall kamen ihre Mutter sowie deren Lebensgefährte ums Leben.

„Ich fühlte mich fit. Aber plötzlich war ich einfach weg“, schilderte die Angeklagte im Gerichtssaal. Unmittelbar vor dem Zusammenstoß soll der Partner ihrer Mutter noch verzweifelt „Wo fährst du!?“ gerufen haben – ein Ausruf, der sie zwar weckte, jedoch zu spät kam. Die Unfallverursacherin erlitt selbst schwere Verletzungen und verbrachte zehn Tage auf der Intensivstation.

Vor Gericht zeigte sie tiefe Reue: „Es tut mir so leid. Ich bin schuldig.“ Die Reisegruppe hatte kurz zuvor eine Rast eingelegt, befand sich jedoch bereits den ganzen Tag auf der Strecke von Wien über Serbien in Richtung Adriaküste.

Unterschätzte Gefahr Sekundenschlaf

Der tragische Unfall reiht sich in eine alarmierende Statistik ein: 2023 wurden in Österreich 482 Unfälle mit Personenschaden durch Übermüdung am Steuer registriert, wobei 23 Menschen ums Leben kamen. Verkehrsexperten warnen, dass das Risiko von Sekundenschlaf häufig unterschätzt wird und alle Altersgruppen betrifft.

Bereits erste Anzeichen wie häufiges Gähnen oder Konzentrationsverlust sollten ernst genommen und für Pausen genutzt werden. Müdigkeit beeinträchtigt die Reaktionsfähigkeit und kognitive Verarbeitung dramatisch – oft mit tödlichen Folgen.

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Widersprüchliche Aussagen

Im entgegenkommenden Fahrzeug befanden sich fünf Männer, von denen einer schwere Frakturen davontrug und drei weitere leichte Verletzungen erlitten. Obwohl sie gemeinsam zur Verhandlung anreisen sollten, blieben sie ohne Entschuldigung fern. Dadurch konnte ihre protokollierte Aussage nicht kritisch hinterfragt werden.

Sie hatten behauptet, Susanna A. habe versucht zu überholen, wobei ihr Fahrer noch gewarnt haben soll: „Haltet euch fest!“ Das Gericht schenkte jedoch der Version der Angeklagten Glauben und wertete den Vorfall als typischen Fall von Sekundenschlaf ohne Überholmanöver.

Die Geschwindigkeit der Angeklagten lag mit 77 km/h knapp unter dem erlaubten Limit von 80 km/h, während der Van mit 95 km/h unterwegs war. Ein Sachverständiger stellte fest, dass selbst ein niedrigeres Tempo den Unfall nicht verhindert hätte.

Gerichtliches Urteil

Der Richter befand Susanna A. der fahrlässigen Tötung und Körperverletzung für schuldig, betonte jedoch ausdrücklich das Fehlen grober Fahrlässigkeit. Nach dem in diesem Fall anwendbaren montenegrinischen Strafrecht, das eine Höchststrafe von einem Jahr vorsieht, erhielt sie elf Monate bedingte Haft mit drei Jahren Bewährungszeit.

Zusätzliche finanzielle Strafen wurden nicht verhängt. Die Insassen des Vans hatten bereits Entschädigungszahlungen in Höhe von 30.000 Euro von der Versicherung erhalten.

Die von Rechtsanwalt Peter Philipp vertretene Angeklagte akzeptierte das Urteil. Die Staatsanwaltschaft gab zunächst keine Stellungnahme ab, weshalb das Urteil noch nicht rechtskräftig ist – die Berufungsfrist läuft noch.

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KO KOSMO-Redaktion
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