Mauthausen, 80 Jahre danach: Überlebende, Delegationen und Tausende Besucher erinnerten – mit einem unbequemen Schwerpunkt.
Tausende Menschen aus ganz Europa und darüber hinaus kamen zusammen, um an der diesjährigen Befreiungsfeier teilzunehmen – unter ihnen die letzten noch lebenden Überlebenden des Konzentrationslagers Mauthausen und seiner Außenlager sowie viele junge Menschen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand erneut der Gedenkzug, der über das Gelände der ehemaligen Lagerstätte führte. Er endete mit dem symbolischen Auszug aus dem früheren Schutzhaftlager – ein Verweis auf die Befreiung der KZ-Häftlinge im Jahr 1945.
Danach hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Gelegenheit zum persönlichen, stillen Innehalten. Zeitzeuginnen wie Lucy Waldstein und Katja Sturm-Schnabl, Vertreterinnen und Vertreter internationaler Delegationen sowie Mitglieder der Bundesregierung erinnerten im Rahmen des Gedenkzugs an die Befreiung des Lagers und an die Schicksale seiner Opfer.
Fokus auf Täter
Die Gedenk- und Befreiungsfeiern stehen im Jahr 2026 unter dem Themenschwerpunkt „Täter und Täterinnen im Nationalsozialismus“. Damit richtet sich der Fokus bewusst auf jene Personen, die durch aktives Handeln, Mitwirkung oder Gleichgültigkeit dazu beigetragen haben, das nationalsozialistische Terrorsystem zu errichten und aufrechtzuerhalten.
Willi Mernyi, Vorsitzender des Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ), betonte: „Erinnerung darf nicht bei den Opfern stehen bleiben. Wir müssen auch verstehen, wie Täterinnen und Täter handeln konnten – und welche Strukturen das ermöglicht haben. Nur so können wir verhindern, dass sich Ausgrenzung, Entmenschlichung und Gewalt wiederholen.“