Nach einem Rekordjahr mit über 300.000 Nächtigungen plant die Sonnentherme Lutzmannsburg einen ambitionierten Ausbau. Mit einer Investition von 30 Millionen Euro soll das größte Rutschenprojekt im deutschsprachigen Raum entstehen.
Die burgenländische Gemeinde Lutzmannsburg verzeichnete 2025 einen historischen Höchstwert: 302.584 Nächtigungen bedeuten ein Plus von 10,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr und erstmals das Überschreiten der 300.000er-Marke. Doch statt sich auf diesem Erfolg auszuruhen, planen die Verantwortlichen massive Investitionen von rund 30 Millionen Euro in den Ausbau der Sonnentherme.
Das Projekt wird von den Betreibern als derzeit größtes Rutschenvorhaben im gesamten deutschsprachigen Raum bezeichnet. Die Erweiterung umfasst verschiedene neue Rutschentypen, darunter auch eine bisher weltweit einzigartige Attraktion.
Kernstück der Erweiterung ist eine neue „Slide World“, die das bestehende Angebot deutlich vergrößern wird. Konkret entstehen sieben Mega-Rutschen mit insgesamt 1.284 Metern Länge. Die Besucher starten von zwei Türmen – einem 15 Meter und einem 19 Meter hohen – die über einen Bademantelgang mit dem existierenden Rutschenbereich verbunden werden. Komplettiert wird die Erweiterung durch eine großzügige Landehalle sowie neue Indoor-Liegebereiche mit Galerie. Etwa 200 zusätzliche Liegeplätze sind vorgesehen.
Regionale Bedeutung
Landeshauptmann Hans Peter Doskozil wertet die Entwicklung als Bestätigung der eingeschlagenen Strategie. „Lutzmannsburg hat nicht nur für die Region, sondern für das Burgenland eine Größe erreicht, die einen Alleinstellungsfaktor repräsentiert.“
Die positive Bilanz bestätige zudem frühere politische Entscheidungen, in den Thermensektor zu investieren. „Seit der Eröffnung der Sonnentherme 1994 wurden rund 90 Millionen Euro investiert, es sind rund 300 Arbeitsplätze entstanden“, so Doskozil. Mit Blick auf künftige Entwicklungen sieht der Landeshauptmann weiteres Potenzial. Ziel könne es sein, „mit Weitsicht eine Destination zu entwickeln, die eine Größenordnung wie Familien-Themenparks in Deutschland erreicht“.
Infrastruktur-Landesrat Heinrich Dorner betrachtet den Thermenstandort als wichtigen Impulsgeber für die gesamte Region. Aus seiner Sicht stellt das Resort eine „einzigartige Erfolgsgeschichte“ dar, von der Tourismus und Wirtschaft im Bezirk seit Jahren profitieren. Die geplante Erweiterung werde die Attraktivität des Standorts weiter steigern.
Bürgermeister Roman Kainrath blickte auf die Anfangszeit des Projekts nahe dem ehemaligen Eisernen Vorhang zurück. „Hier in die grüne Wiese wurde eine Therme gebaut. Vorher war hier die Welt zu Ende.“ Heute zeige sich deutlich, wie stark sich die Gemeinde entwickelt habe. „Was kann man sich als Bürgermeister Schöneres erwarten oder sehen, wenn man dort über 300.000 Nächtigungen in einem Jahr hat.“
Zukunftspläne
Im landesweiten Vergleich zählt Lutzmannsburg inzwischen zu den touristischen Schwergewichten. Etwa neun Prozent aller burgenländischen Nächtigungen entfallen auf den Thermenstandort. Damit belegt die Gemeinde nach Bad Tatzmannsdorf und Podersdorf den dritten Platz. Für Burgenland-Tourismus-Geschäftsführer Didi Tunkel steht fest: „Die Nächtigungsrekorde des Landes würden nicht funktionieren, wenn nicht die Orte und die Betriebe funktionieren.“
Sonnentherme-Geschäftsführer Werner Cerutti verwies auf die kontinuierliche Aufwärtsentwicklung der vergangenen Jahre. „Es ist stetig vorangegangen“, erklärte Cerutti. Der jüngste Zuwachs von fast 30.000 Nächtigungen sei hauptsächlich auf Camping- und Glampinggäste zurückzuführen. Auch die Besucherzahlen verdeutlichen die Bedeutung des Standorts. Die durchschnittliche Tagesauslastung beträgt mehr als 1.300 Gäste, an Spitzentagen kommen bis zu 2.800 Besucher. Insgesamt werden jährlich rund 462.000 Gäste gezählt.
Parallel zum Ausbau des Freizeitangebots investiert die Sonnentherme in die eigene Stromversorgung. Für eine geplante Agri-Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher werden 1,6 Millionen Euro bereitgestellt. Burgenland-Energie-CEO Stephan Sharma rechnet mit erheblichen Einsparungen.
„Nach dem Ausbau werden rund 50 Prozent des Strombedarfs selbst abgedeckt“, erläuterte Sharma. Dadurch könne man jährlich etwa 200.000 Euro an Energiekosten einsparen.