Ein Zweijähriger tot, eine Mutter in Haft – und eine 17-Jährige, die in jener Nacht mehr Fassung bewies als viele Erwachsene.
In Frankfort im US-Bundesstaat Illinois hat eine Mutter ihren zweijährigen Sohn im Keller des gemeinsamen Hauses getötet. Die Frau, Corie W., litt offenbar unter schweren Wahnvorstellungen und bezeichnete das Kind als den „Teufel“ und „Antichristen“. Der Vater befand sich zum Zeitpunkt der Tat auf einer Geschäftsreise außerhalb des Bundesstaates.
Der Junge, Barret, starb an Asphyxie infolge einer Strangulation. Drei weitere Kinder, die sich ebenfalls im Haus aufhielten, blieben unversehrt.
Nachbarin greift ein
Entdeckt wurde die Tat von einer 17-jährigen Nachbarin. Sie fand Barret leblos vor, schnitt ihn vom Seil los und leitete umgehend Reanimationsmaßnahmen ein – ohne Erfolg. Im Obergeschoss traf sie auf die Mutter, die sich selbst verletzt hatte. Die Jugendliche nahm ihr das Messer ab und versorgte die Wunden, bis Rettungskräfte eintrafen.
Psychose als Verteidigung
In den Wochen vor der Tat hatte Corie W. den Fall der US-Amerikanerin Lindsay Clancy intensiv verfolgt und diesen kurz vor dem Verbrechen mit Bekannten besprochen. Ihre Verteidiger führen eine schwere Psychose als Ursache der Tat an. Die Staatsanwaltschaft hingegen bewertete die Frau als akute Gefahr für die Öffentlichkeit und setzte durch, dass sie bis zum Prozessbeginn ohne Möglichkeit einer Kautionszahlung in Untersuchungshaft verbleibt.