Nach einem Fußballspiel in Wien-Favoriten eskalierte ein Streit zwischen jungen Syrern, der später im Wielandpark blutig endete. Nun musste sich ein Syrer wegen schwerer absichtlicher Körperverletzung vor dem Wiener Landesgericht verantworten.
Die Auseinandersetzung hatte am 23. März ihren Höhepunkt erreicht, als sich die Kontrahenten zufällig in der Waffenverbotszone am Reumannplatz begegneten und zur Klärung in den nahegelegenen Park gingen.
Ein 25-jähriger Zeuge schilderte vor Gericht, wie er sich plötzlich mehreren Männern gegenübersah und der Angeklagte mit der Faust zuschlug. Als die Polizei am Tatort eintraf, flüchtete der Beschuldigte zunächst, kehrte jedoch kurz darauf mit einem Brotmesser zurück – eine Entscheidung, die der Richter als „das Dümmste, was man machen kann“ bezeichnete.
Der Bewaffnete attackierte zuerst den 25-Jährigen, der sich durch eine schnelle Reaktion retten konnte, bevor er dessen Bruder am Hals verletzte.
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Widersprüchliche Aussagen
Vor Gericht stellte der Angeklagte die Situation anders dar: Er habe sich gegen rund 20 bewaffnete Personen verteidigen müssen und das Messer lediglich zur Abschreckung eingesetzt. Diese Version fand jedoch keine Bestätigung. „Alle sagen etwas anderes“, konstatierte der Richter.
Das Opfer widersprach der Darstellung des Angeklagten vehement und betonte, dass nur er und sein Bruder im Park waren, als der Angeklagte mit dem Messer zurückkehrte und ihn angriff.
Urteil gefällt
Die Forderung des verletzten 23-Jährigen nach 20.000 Euro Schmerzensgeld wurde abgewiesen. Im Gerichtssaal überreichte der Angeklagte dem Opfer 500 Euro als Geste der Wiedergutmachung, die der Verletzte akzeptierte.
Der Richter stellte fest, dass die Vorgeschichte nicht vollständig aufgeklärt werden könne. Das rechtskräftige Urteil: 18 Monate bedingt, drei Jahre Probezeit und 2.000 Euro Schmerzensgeld.