Nader vor dem Kampf: „Jetzt ist wieder meine Zeit!“

INTERVIEW

Nader vor dem Kampf: „Jetzt ist wieder meine Zeit!“

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nader
FOTO: KOSMO

Nachdem er im Frühling mit einem Sieg gegen Darko Knežević sein Comeback in Wien gefeiert hat, will es der österreichische Profiboxer Marcos Nader am 13. Oktober wieder wissen.

Der einstige EU-Mittelgewichtsmeister kämpft bei der „Bounce Fight Night“ in der Erste Bank Arena um den Titel des österreichischen Meisters im Mittelgewicht. Der Gegner ist der in Slowenien geborene Kärntner Dejan Milicevic, der eine Bilaanz von 14 Siegen, 3 Niederlagen und einem Unentschieden aufweisen kann.

Sollte er auch diese Hürde schaffen, ist das nächste mittelfristige Ziel eindeutig: „Ich will wieder einen Europa-Titel holen, keine Frage“, so Marcos im KOSMO-Interview.

KOSMO: Was erwartest du dir von dem Kampf?
Nader:
Ich erwarte mir einen Sieg, da ich diesmal wirklich eine tolle Vorbereitung hatte und mich top-fit fühle. Der Gegner ist ein erfahrener Mann, bei dem ich auch früher aufschauen konnte als kleiner Bub. Dejan ist ein harter Brocken, aber ich bin überzeugt von mir.

Sollte alles gut ausgehen: Was ist das nächste Ziel?
Ich weiß, wo ich früher stand und da gilt es auch zurück zu kehren. Natürlich will ich einen Europa-Titel. Jetzt ist wieder meine Zeit, jetzt muss ich mich wieder beweisen. Und das werde ich auch tun – zuerst nun in der Erste Bank Arena am 13. Oktober 2018.

Nader
FOTO: KOSMO

Du bist jetzt wieder, genauso wie beim letzten Mal, zugleich auch in das Veranstalten des Events eingebunden. Ist das nicht eine zusätzliche Belastung wenn du Boxer und Veranstalter bist?
Mein Bruder Daniel nimmt mir sehr viel ab, genauso wie die Leute im Bounce-Klub. Es ist natürlich eine Doppelbelastung, aber eine die ich auch gern mache. Es ist gut, dass sich wieder was tut im österreichischen Boxsport.

Natürlich muss ich dich eines unbedingt fragen: Wird es endlich den Kampf Gogi Knežević vs. Marcos Nader geben?
Ich bin in Kontakt mit Gogi. Er wird auch zur Fight Night am 13. Oktober kommen. Weiteres könnt ihr nach dem Kampf lesen, sehen, hören…

Du und dein Bruder habt den größten Boxclub Österreichs mit rund 1.000 Mitgliedeern. Wie sieht es aus für den österreichischen Boxsport in Zukunft? 
Im olympischen Boxen haben wir große Ziele schon erreicht und sie auf einem guten Weg. 2020 rechnen wir damit, dass sich 2 bis 3 Leute für das olympische Boxen qualifizieren werden. Das wäre natürlich ein Riesensprung für alle Vereine und Boxer und Boxerinnen in Österreich.

Und im Profiboxen?
Auch da wird sich was tun in Zukunft. Ich bin stolz, dass wir mit Eva Voraberger eine WBC-Titelhalterin in Österreich haben.

Wen siehst du konkret aus der Bounce-Familie, der den Durchbruch schaffen könnte?
Umar Dzambekov, der jetzt nach 16 Jahren endlich eingebürgert wurde, hat wirklich viel Dynamit in den Fäusten. Aleksandar Mraović boxt wie eine Maschine. Danijel Janićijević und Stefan Nikolić traue ich auch viel zu. Die Zukunft wird schön – das lässt sich bereits jetzt sagen.

Wieviele Zuschauer erwartest du dir bei dem Kampf?
Ich denke schon, dass wir Minimum so gut gefüllt sind wie letztes Mal. Auch wenn ORF Sport+ die „Bounce Fight Night“ vom ersten bis zum letzten Kampf übertragen wird, was uns auch stolz macht, darf ich den Besuch allen Wienern und Wienerinnen ans Herz legen. Es wird ein Spektakel und der Anfang von etwas Großem sein.