Ein neuer Krater auf dem Mond – und er könnte die Zukunft bemannter Mondmissionen direkt beeinflussen. Die NASA hat auf der Mondoberfläche einen außergewöhnlich großen Krater lokalisiert.
Benannt nach dem Geologen Thomas McGetchin, gilt dieser Krater nach Einschätzung von NASA-Experten als der größte neu entdeckte Krater im gesamten Sonnensystem. Er entstand in einem Zeitraum zwischen dem 11. April und dem 22. Mai 2024, weist einen Durchmesser von 222 Metern auf und reicht bis zu 43 Meter in die Tiefe. Einschläge dieser Dimension sind äußerst selten – sie ereignen sich statistisch gesehen nur etwa einmal pro Jahrhundert.
Seltener Fund
Aufgespürt wurde der Krater von der Raumsonde Lunar Reconnaissance Orbiter, kurz LRO, die seit mehr als 17 Jahren kontinuierlich den Mond umkreist und in dieser Zeit bereits über tausend kleinere Einschlagstellen kartiert hat. Messungen mit einem Temperatursensor lieferten ein bemerkenswertes Ergebnis: Das Gebiet rund um den McGetchin-Krater ist in den Nachtstunden rund neun Grad kälter als die angrenzenden Bereiche. Ursache dafür ist das aufgelockerte Gestein, das durch den Einschlag aufgewirbelt wurde und weniger Wärme speichern kann als das umliegende Material.
Künftige Mondmissionen
Die veränderten thermischen Bedingungen im Kraterbereich könnten für künftige Mondmissionen praktische Konsequenzen haben – insbesondere hinsichtlich der Mobilität von Fahrzeugen auf der Oberfläche. Gleichzeitig liefern die LRO-Daten wertvolle Hinweise für die Auswahl geeigneter Landeplätze. Die NASA strebt für das Jahr 2028 die erste bemannte Mondlandung seit den Apollo-Missionen an.
Auch China verfolgt entsprechende Ambitionen und plant, bis 2030 eine eigene Mondlandung durchzuführen.