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NEUE CHEFIN

Neue AK-Chefin will sechste Urlaubswoche und Arbeitszeitverkürzung

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(FOTO: Parlamentsdirektion / Photo Simonis)

Gestern wurde Renate Anderl offiziell zur Nachfolgerin von Rudolf Kaske gewählt. In ihrer ersten Rede als AK-Chefin verlautbarte sie auch die ersten großen Ziele ihrer Amtszeit.

Bei der Vollversammlung stimmten 92,3 Prozent für Anderl als neue AK-Chefin. Bereits im Februar wurde sie von der Fraktion sozialdemokratischer Gewerkschafter als Kaskes Nachfolgerin nominiert. Ihr ganzes Berufsleben hindurch war Renate Anderls in der Gewerkschaft und Arbeiterkammer engagiert: 2008 war sie Kammerrätin der AK Wien und von 2013 bis 2014 Vizepräsidentin.

Ersten großen Ziele
Im Interview mit „Wien heute“ sprach Anderl davon, dass die Regelung für eine sechste Urlaubswoche bald ein „totes Gesetz“ sei: „Es gibt kaum mehr Menschen, die 25 Jahre in einem Betrieb beschäftigt sind – und daher ein ganzes Leben nicht zur sechsten Urlaubswoche kommen.“

Sowohl die Verkürzung der Arbeitszeit als auch die sechste Urlaubswoche sieht Anderls als realistische Ziele an. Derzeit herrsche Hochkonjuktur und ein Wirtschafts-Boom, weshalb jetzt die beste Zeit sei, diese Forderung umzusetzen.

„Jedes Mal, wenn es darum ging, Arbeitszeit zu verkürzen – das ist ja nicht das erste Mal – dann war es immer eine heiße Diskussion und es ist immer der Einwand gekommen: Kann sich die Wirtschaft das leisten?“, so die neue AK-Chefin, die im Interview auch den oftmals erwähnten Arbeitsmangel kommentierte: „Es gibt genug Arbeit in Österreich, diese ist aber falsch und auf zu wenige Menschen verteilt.“