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Verbraucherschutz

Neue Regeln: DAS ändert sich an der Stromrechnung

Neue Regeln: DAS ändert sich an der Stromrechnung
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2 Min. Lesezeit |

Die Regierung will mit einem neuen Gesetz für mehr Klarheit bei Stromrechnungen sorgen. Auf Initiative der SPÖ sollen Energiekonzerne künftig verpflichtet werden, ihre Abrechnungen verständlicher zu gestalten.

„Wir verpflichten Energiekonzerne, ihre Rechnungen transparent und leicht verständlich zu machen„, erklärt SPÖ-Energiesprecher Alois Schroll. Die Regulierungsbehörde E-Control wird entsprechende Standards festlegen. Das Ziel dieser Maßnahme ist es, Verbrauchern bessere Einblicke in Sparmöglichkeiten zu geben und dadurch Energie erschwinglicher zu machen.

Detaillierte Vorgaben

Der Gesetzesentwurf sieht konkrete Vorgaben vor: Strom-, Netz- sowie Steuer- und Abgabenkosten müssen separat ausgewiesen werden. Preise sind sowohl brutto als auch netto anzugeben. Papierrechnungen bleiben weiterhin kostenlos erhältlich. Bei Preisanpassungen muss das genaue Datum vermerkt werden. Die Energieanbieter werden außerdem verpflichtet, Kundenfragen zu Rechnungen zu beantworten.

Sonderkonditionen und Rabatte müssen detailliert dargestellt werden. Zusätzlich müssen die Versorger ihre Kunden auf Vergleichsportale wie den Tarifkalkulator der E-Control hinweisen. Informationen zu Sozialtarifen, Kündigungsmöglichkeiten und Rücktrittsrechten sind deutlich zu kommunizieren. Die E-Control wird verbindliche Standardformulierungen vorgeben. Auch das Recht auf Ratenzahlung und Grundversorgung muss klar ersichtlich sein.

Das Gesetzesvorhaben durchläuft derzeit die Begutachtungsphase. Anschließend muss die Regierung mit Grünen und FPÖ verhandeln, da für die Verabschiedung eine Zweidrittelmehrheit im Nationalrat erforderlich ist. Die Abstimmung ist für den Herbst geplant.

Kritik an Anbietern

Viele Verbraucher stehen nicht nur vor finanziellen Herausforderungen, sondern kämpfen auch mit dem Format der Stromrechnungen: mehrere Seiten Umfang und undurchsichtige Preisangaben führen häufig zu Verwirrung.

„Energiekonzerne gestalten ihre Rechnungen oft absichtlich kompliziert. Schwierige Begriffe und Tabellen sollen hohe Preise verschleiern“, kritisiert Alois Schroll gegenüber „Heute“.

Steigende Kosten und Vorreiterrolle

Die Reform kommt zu einem Zeitpunkt, an dem österreichische Haushalte mit steigenden Energiekosten konfrontiert sind. Laut E-Control werden die Netzentgelte im Jahr 2025 durchschnittlich um 23 bis 38,5 Prozent steigen, wobei die regionalen Unterschiede bis zu 43 Prozent betragen können. Neben dem eigentlichen Strompreis belasten vor allem die stark gestiegenen Fixkosten die Verbraucher.

In Sachen Transparenz nimmt Österreich bereits heute eine Vorreiterrolle in Europa ein. Die flächendeckende Stromkennzeichnung verpflichtet Anbieter seit 2015, auf jeder Rechnung die Energiequellen und Herkunftsländer des gelieferten Stroms auszuweisen. „Graustrom“ unbekannter Herkunft ist gesetzlich verboten. Diese Maßnahmen ermöglichen es Verbrauchern, die Qualität und Herkunft ihres Stroms nachzuvollziehen und gezielt Anbieter mit erneuerbaren Energien zu wählen.

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KO KOSMO-Redaktion
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