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DATENSCHUTZJURIST KLÄRT AUF

Neue WhatsApp AGB: Doch alles nicht so schlimm?

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(FOTO: iStockphoto)

In den vergangenen Tagen war die Aufregung rund um die neuen Datenschutzregeln von WhatsApp sehr groß. „Nicht so viel Neues“ sagt nun der Datenschutzexperte Alan Dahi.

Nachdem der Messenger-Dienst WhatsApp die Änderung seiner AGB angekündigt hatte, kam es zu einem regelrechten Ansturm auf Konkurrenten wie Signal oder Telegram. Mittlerweile hat WhatsApp die Einführung der neuen Datenschutzbestimmungen auf den 15. Mai verschoben. Doch die nun der Datenschutzexperte Alan Dahi erklärte, seien die Auswirkungen der Änderungen für private Nutzer ohnehin kaum da. Nachholbedarf hat WhatsApp in Sachen Transparenz aus seiner Sicht aber weiterhin.

„Für den privaten Nutzer bedeuten die neuen Regeln von WhatsApp ehrlich gesagt nicht so viel“ – so Alan Dahi, ein Teammitglied des von Max Schrems gegründeten Datenschutzvereins „noyb“. Schrems war durch seinen gerichtlichen Feldzug gegen den Internetgiganten Facebook öffentlich bekannt geworden. Laut Dahi sind „Die Änderungen eher kosmetischer Natur. WhatsApp hat – wie alle Unternehmen im Grunde – die aus der DSGVO resultierende Pflicht, eine Transparenz herzustellen, was mit unseren Daten passiert: Wohin gehen sie, wie lange werden sie gespeichert?“

Sprich: Das, was WhatsApp jetzt macht, ist, die Datenschutzerklärungen transparenter zu machen, so Dahi. Es wird dadurch nur offenkundiger kommuniziert, was ohnehin schon mit unseren Daten passiert. Allerdings sei die Transparenz auch „weiterhin nicht so super. Da könnte man schon weiterarbeiten, um die Aussagen klarer zu stellen, damit der Nutzer weiß, was tatsächlich passiert“, erklärt Dahi weiter. Aber wieso hat sich WhatsApp plötzlich dazu entschieden die AGBs zu verändern?

Laut Dahi sei der Hintergrund der Neuerungen bei WhatsApp, „sich mittelfristig als Kommunikationsplattform für Unternehmen“ aufzustellen. So könnte beispielsweise eine Flugbuchung künftig direkt über den Dienst abgewickelt werden. „Da haben sie ein paar Elemente eingebracht mit Blick auf diese mögliche Entwicklung.“ Aber der Austausch von Daten mit Facebook, was ja für viele Nutzer der Stein des Anstoßes war, passiere in Europa nicht, unterstrich der Datenschutzexperte: „Wegen der Datenschutzgrundverordnung.“

Kritische Verbindung zwischen Facebook und WhatsApp
Dass die aktuelle Situation offenbar so viele User zum Nachdenken angeregt habe, hätte laut dem Datenschutzjuristen verschiedene Gründe: „Seit der Einführung der DSGVO sind die Leute einfach sensibilisiert worden, wenn es um den Datenschutz und ihre Privatsphäre geht.“ Die Verbindung zwischen WhatsApp und Facebook würden daher viele kritisch sehen: „Facebook hat ja allgemein nicht den besten Ruf, wenn es um den Datenschutz geht.“ Diesbezüglich beurteilt der Experte Konkurrenzdienste wie Signal oder Threema deutlich besser als WhatsApp.

WhatsApp selbst hielt in einem Statement fest, dass die neuen Regeln keinen Einfluss auf den Austausch von Daten haben: „Um allfällige Zweifel auszuräumen: Es ist immer noch der Fall, dass WhatsApp keine Nutzerdaten aus der europäischen Region mit Facebook teilt, um Facebook die Verbesserung seiner Produkte oder Werbung zu ermöglichen.“ Bis zur Einführung der neuen Datenschutzbestimmungen am 15. Mai wolle man aktiv gegen „Missinformation“ ankämpfen.

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