Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Jagdskandal

Neun Jahre alt und schon Jäger? Benko-Skandal erschüttert Tirol

Neun Jahre alt und schon Jäger? Benko-Skandal erschüttert Tirol
Foto: iStock
3 Min. Lesezeit |

Während René Benko nach seiner Verurteilung seine Frau umarmt, tauchen neue Vorwürfe auf. Der gefallene Milliardär soll ein Kind auf die Jagd mitgenommen haben.

Nach fast einem Jahr kam es vor Gericht zu einer emotionalen Begegnung. René Benko, der zu 15 Monaten bedingter Haft und einer Geldstrafe verurteilt wurde, umarmte seine Frau Nathalie, die einen Freispruch erhielt. Die juristischen Auseinandersetzungen rund um sein Ende 2023 zusammengebrochenes Signa-Imperium dürften die Behörden noch jahrelang beschäftigen. Der aktuelle Fall stellt erst den zweiten von mehr als einem Dutzend Verfahrenskomplexen gegen den gefallenen Milliardär dar.

Parallel dazu brachten Ermittlungen der SOKO Benko weitere fragwürdige Aktivitäten ans Licht. Der ehemals glamouröse Unternehmer soll sich nach dem finanziellen Zusammenbruch auf das luxuriöse Jagdanwesen eines befreundeten Tirolers zurückgezogen haben. Obwohl sein Kreis an Jagdbegleitern rasch schrumpfte, verbrachte Benko dort offenbar nicht alle Zeit allein.

⇢ Tresor im Keller: Benkos Millionen-Versteckspiel vor Gericht

Brisante Jagdvorwürfe

Laut Ermittlungsunterlagen, auf die sich „Kronen Zeitung“ und „News“ berufen, soll bei einer dieser Jagdveranstaltungen ein neunjähriges Kind anwesend gewesen sein. Der schwerwiegende Verdacht: Der Junge könnte selbst einen Hirsch erlegt haben.

Diese brisante Information stammt aus Gesprächen zwischen Benkos Ehefrau Nathalie und einer Hotelbesitzerin im Jänner 2025. Die Unterredung diente offenbar dazu, Einblicke in die Aktivitäten ihres mittlerweile inhaftierten Gatten zu gewinnen. Die Gastgeberin, selbst jagdbegeistert, schilderte eine Szene, in der Benko bei Glückwünschen zu einem Hirschabschuss auf das Kind gedeutet und gesagt haben soll: „Nein, nein, dort hockt der Jäger.“

Als die Frau schockiert reagierte, soll ihr Ehemann sie mit den Worten „Reiß di zsammen, du blede Kuah…“ zum Schweigen aufgefordert haben.

Rechtliche Konsequenzen

Die Hotelchefin präsentierte angeblich sogar ein Foto, das den Jungen mit dem erlegten Wild zeigt, und äußerte ernsthafte Bedenken: „Wenn sie da draufkommen, dann brennt der Hut. Dann haben wir keine Jagd mehr. Dann hat mein Mann nichts mehr.“

Grundsätzlich wäre die Anwesenheit eines Kindes bei der Jagd nicht problematisch, doch falls der Junge tatsächlich geschossen hätte, läge ein eindeutiger Gesetzesverstoß vor. Das Tiroler Jagdgesetz erlaubt nur Personen mit gültiger Jagdkarte die aktive Teilnahme an der Jagd – diese wird in der Regel erst ab 18 Jahren ausgestellt. Zusätzlich könnte der Vorfall als Tierquälerei eingestuft werden, was im schlimmsten Fall mit bis zu zwei Jahren Gefängnis geahndet werden könnte.

Über seinen Rechtsbeistand weist Benko sämtliche Anschuldigungen zurück. Auch der Eigentümer des Jagdhofs beteuert, es seien keinerlei Verstöße gegen jagd- oder waffenrechtliche Bestimmungen vorgekommen.

Laut „Krone“ versichert er, man könne ausschließen, dass sich der beschriebene Vorfall in seinem Revier zugetragen habe.