Sechzehn Kinder, eine reißende Strömung – und zwei Rettungsschwimmerinnen, die keine Sekunde zögerten.
Vor der westfriesischen Insel Ameland in der Nordsee gerieten am Montagnachmittag des 24. August insgesamt 16 deutsche Kinder und Jugendliche zwischen 9 und 14 Jahren in eine gefährliche Meeresströmung. Die Gruppe, die im Rahmen eines Ferienlagers an der Küste weilte, musste aus dem Wasser geborgen werden, wie die niederländische Seenotrettung KNRM Ameland mitteilte.
Schnelle Reaktion
Die 19-jährige Rettungsschwimmerin Inger van Oord und ihre 24-jährige Kollegin Femke Wiersma beobachteten, wie die Kinder zunehmend von der Küste abtrieben. Van Oord schilderte die Situation so: „Sie wurden bereits von den Betreuern zurückgerufen, aber wir konnten nicht erkennen, ob sie nicht hörten oder ob sie in Not waren.“ Als deutlich wurde, dass die Kinder aus eigener Kraft nicht mehr ans Ufer gelangen konnten – sie befanden sich zu diesem Zeitpunkt bereits rund 50 Meter vom Strand entfernt –, handelten die beiden Frauen umgehend.
Van Oord setzte ein sogenanntes Rescue Tube (Rettungsring) ein und brachte damit sieben Kinder in Sicherheit. Wiersma übernahm mit einem Surfbrett weitere Kinder, beruhigte sie und begleitete ihre Rettung. Zusätzliche Unterstützung kam von einer weiteren Rettungsschwimmerin, die mit einem Jetski im Einsatz war.
Koordinierter Einsatz
Am Strand empfing der 25-jährige Jorrit Bakker gemeinsam mit anderen Einsatzkräften die geborgenen Kinder und versorgte sie. Die KNRM würdigte den Einsatz ihrer Rettungskräfte als „enorme Leistung unter besonders schwierigen Bedingungen“.
Alle 16 Kinder konnten sicher an Land gebracht werden und blieben körperlich unverletzt, standen jedoch sichtlich unter Schock.