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Sparmaßnahmen

ÖGK streicht 300 Jobs und kürzt Leistungen massiv – Österreicher zu oft beim Arzt

ÖGK streicht 300 Jobs und kürzt Leistungen massiv – Österreicher zu oft beim Arzt
Foto: Wikimedia Commons/ Kredinara, iStock
3 Min. Lesezeit |

Weniger Defizit, mehr Druck: Die ÖGK meldet eine überraschende Trendwende – doch die Entwarnung bleibt aus.

Das Milliardenloch der Österreichischen Gesundheitskasse ist deutlich kleiner geworden. Laut der aktuellen Gebarungsprognose beläuft sich das Defizit der ÖGK für das Jahr 2025 auf 156,3 Millionen Euro – ein erheblicher Unterschied zu den ursprünglich prognostizierten 906 Millionen Euro. Auch die Erwartungen für die Folgejahre wurden nach unten revidiert.

Für 2026 geht die Kasse nun von einem Fehlbetrag von 217,8 Millionen Euro aus, für 2027 von 398,8 Millionen Euro. Die Februarprognose hatte für diese beiden Jahre noch Verluste von 431 beziehungsweise 687 Millionen Euro vorhergesagt. Zum Vergleich: Im Jahr 2024 hatte die ÖGK noch ein Defizit von 551,6 Millionen Euro ausgewiesen.

Maßnahmen wirken

ÖGK-Obmann Peter McDonald wertet diese Entwicklung als erstes Zeichen, dass die eingeleiteten Maßnahmen Früchte tragen. „2025 zeigt, dass unsere Maßnahmen zu wirken beginnen“, sagte der Arbeitgebervertreter, der aktuell die Gesundheitskasse leitet. Als wesentlichen Beitrag zur Trendwende hob McDonald die gemeinsam mit der Bundesregierung beschlossene Anhebung der Krankenversicherungsbeiträge für Pensionisten hervor.

Damit sei es gelungen, die ÖGK „ein Stück weit wieder auf Kurs“ zu bringen – ungeachtet einer schwachen Konjunktur, wachsender Gesundheitsausgaben und einer zunehmend älter werdenden Bevölkerung. Trotz der positiven Zahlen warnt die Führung der ÖGK vor einer Entwarnung und verweist auf ein Bündel an Belastungsfaktoren: demografischer Wandel, die Energiekrise, hohe Arbeitslosigkeit sowie die zurückhaltende Konsumneigung der Bevölkerung.

Konkrete Einsparungen

Bereits umgesetzte Einsparungen umfassen laut McDonald den Abbau von 300 Stellen, eine Verkleinerung der Verwaltungsflächen um zehn Prozent sowie Gehaltserhöhungen für Beschäftigte, die „merklich unter der Inflation“ lagen. Darüber hinaus wurden Leistungen und Verträge unter die Lupe genommen: Die ÖGK habe höhere Rabatte bei Arzneimitteln ausgehandelt, bei Honorarverhandlungen mit Ärzten Zurückhaltung geübt und plane, nicht notwendige Leistungen weiter zu reduzieren.

Als konkretes Beispiel führte McDonald die Krankentransporte an. Sozial gestaffelte Eigenbeiträge hätten die Zahl der Transporte bereits um fünf Prozent gesenkt. Auch die hohe Verschreibungsrate bei Medikamenten sei in Gesprächen mit der Ärzteschaft thematisiert worden.

Künftig will die ÖGK zudem die Häufigkeit von Arztbesuchen genauer unter die Lupe nehmen. Mit durchschnittlich 13 Arztkontakten pro Versichertem und Jahr belegt Österreich europaweit einen Spitzenplatz. McDonald bezeichnete dies als Teil der laufenden Reformgespräche mit Bund, Ländern und Gemeinden.

Um die langfristige Finanzierbarkeit des Gesundheitssystems zu sichern, spricht sich die ÖGK außerdem für einen deutlichen Ausbau der Primärversorgungszentren (wohnortnahe Gesundheitszentren) aus.

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KO KOSMO-Redaktion
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