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Tiefstand

Österreich: So wenige Asylanträge wie seit Jahren nicht

Österreich: So wenige Asylanträge wie seit Jahren nicht
Symbolbild Foto: iStock
3 Min. Lesezeit |

Österreichs Asylzahlen erreichen historische Tiefstände – hinter den Rekordwerten steckt ein komplexes Bündel an Maßnahmen.

Im Juli 2026 wurden in Österreich lediglich 244 Asyl-Erstanträge gestellt – ein Rückgang von 65 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Auch bei den Folgeanträgen zeigt sich ein deutlicher Abwärtstrend: Zwischen Jänner und Juli 2026 wurden insgesamt 5.743 Anträge verzeichnet, verglichen mit 10.442 im selben Zeitraum des Vorjahres, was einem Minus von 45 Prozent entspricht. Von den 840 im Juli 2026 gestellten Asylanträgen entfiel der größte Anteil auf syrische Staatsangehörige, wobei es sich dabei mehrheitlich um in Österreich geborene Kinder handelt.

Nahezu vollständig zum Erliegen gekommen ist der Familiennachzug. Während von Jänner bis Juli 2025 noch 853 Einreisen auf diesem Weg erfolgten, waren es im selben Zeitraum 2026 nur noch 60 – beschränkt auf Fälle absoluter sozialer Härte. Derzeit befinden sich rund 43.300 Personen in der Grundversorgung, davon etwa 5.300 Asylwerber. Das Innenministerium bezeichnet dies als den niedrigsten Wert seit mehr als zwei Jahrzehnten – zum Vergleich: Anfang 2023 waren noch knapp 93.000 Menschen in der Grundversorgung erfasst.

Rückgang an Grenzen

Besonders markant fällt der Rückgang bei illegalen Grenzübertritten aus. Im Burgenland wurden von Jänner bis Mitte August 2023 noch knapp 16.000 Personen nach illegaler Einreise aufgegriffen, im Vergleichszeitraum 2026 waren es lediglich 339 – ein Minus von knapp 98 Prozent. Von den aufgegriffenen Personen stellten nur 54 einen Asylantrag, alle übrigen mussten das Land wieder verlassen.

Das Innenministerium führt diese Entwicklung auf mehrere Faktoren zurück: intensivierte Kontrollen, die gemeinsam mit ungarischen Behörden durchgeführte Operation Fox sowie Anpassungen beim Grenzschutz. Im Rahmen der Operation Fox unterstützen österreichische Polizeikräfte die ungarische Polizei auf ungarischem Staatsgebiet bis zu rund 15 Kilometer vor der Grenze, um illegale Migration und Schlepperkriminalität zu bekämpfen. Die bilaterale Polizeikooperation wurde Ende 2022 gestartet und seither mehrfach verlängert. Schwerpunktmäßig finden Kontrollen sowohl im unmittelbaren Grenzraum als auch im Hinterland statt. Bis Ende Juli wurden insgesamt 8.856 Personen zur Ausreise veranlasst, davon 4.615 zwangsweise abgeschoben und 4.241 freiwillig ausgereist. Rund 48 Prozent der Abgeschobenen waren in Österreich strafrechtlich verurteilt worden.

Syrische Rückkehrer

Seit dem Sturz des Assad-Regimes haben laut Innenministerium rund 2.000 syrische Staatsangehörige Österreich in Richtung ihrer Heimat verlassen. In den Jahren 2023 und 2024 zusammen waren es lediglich rund 200 Personen. Bis Ende Juli wurden zudem 18.388 Asylverfahren negativ entschieden oder eingestellt. In 7.663 Fällen wurde Asyl oder subsidiärer Schutz gewährt.

Weitere 512 Personen verzichteten während ihres laufenden Verfahrens freiwillig auf Schutz und verließen Österreich.

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KO KOSMO-Redaktion
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