Weniger Modelle, weniger Mitarbeiter, höhere Preise: Porsche setzt auf einen radikalen Kurswechsel – und der hat einen Namen.
Der Sportwagenhersteller Porsche reagiert auf weltweit rückläufige Absatzzahlen mit einem tiefgreifenden Umbau des Unternehmens. Ziel ist es, die Marke exklusiver zu positionieren und gleichzeitig die Durchschnittspreise der verkauften Fahrzeuge deutlich anzuheben.
Radikaler Stellenabbau
Im Rahmen dieser Neuausrichtung soll die Belegschaft bis 2030 um 25 Prozent verkleinert werden, was rund 9.000 Arbeitsplätze betrifft. Parallel dazu ist eine Reduzierung des Modellportfolios um 20 Prozent vorgesehen. Die strategische Leitlinie lautet künftig „Value over Volume“ – Qualität vor Quantität. CEO Michael Leiters bringt diesen Kurs auf den Punkt: „Wir legen mehr Wert darauf, gute Autos zu bauen, als viele.“ Zur geplanten Produktoffensive zählen ein neuer Mittelmotor-Supersportwagen sowie die vollelektrische Variante des 718.
Die wirtschaftliche Lage des Unternehmens verdeutlicht den Handlungsdruck: Die Porsche-Aktie hat sich von ihrem Höchststand von knapp 120 Euro auf zuletzt etwas mehr als 40 Euro mehr als halbiert. Während der Jahresumsatz im Rekordjahr 2023 noch 40,53 Milliarden Euro betrug, wurden im ersten Halbjahr 2026 lediglich 17,3 Milliarden Euro erwirtschaftet. Die aktuelle Umsatzrendite von 7,8 Prozent liegt deutlich unter dem angestrebten Zielkorridor von zehn bis 15 Prozent. Konkret lieferte Porsche im ersten Halbjahr 2026 weltweit 122.306 Fahrzeuge aus – 16 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Besonders drastisch fiel der Rückgang in China aus: Dort sanken die Auslieferungen um 32 Prozent auf 14.501 Fahrzeuge. Bereits 2025 hatte der Sportwagenbauer weltweit nur 279.449 Fahrzeuge ausgeliefert, zehn Prozent weniger als 2024. Den schwächelnden Absatz in den USA und China will Porsche durch gezielte Preissteigerungen und ein erweitertes Individualisierungsangebot ausgleichen.
911 bleibt Verbrenner
Für die Zeit bis 2030 hat sich Porsche vorgenommen, jährlich ein neues, markenprägendes Modell auf den Markt zu bringen – wahlweise mit Verbrennungs-, Plug-in-Hybrid- oder Elektroantrieb. An einer Tradition wird dabei jedoch nicht gerüttelt: Der Porsche 911 bleibt ein klassischer Verbrenner.
CEO Leiters stellte dazu unmissverständlich klar: „Die Ikone Porsche 911 wird es nie vollelektrisch geben.“