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Rechtsstreit

Ex-ORF-Chef erneut vor Gericht: Streit um knapp vier Millionen Euro

Ex-ORF-Chef erneut vor Gericht: Streit um knapp vier Millionen Euro
(Symbolbild FOTO: iStock)
2 Min. Lesezeit |

Knapp vier Millionen Euro, Tausende Chats und mehrere Gerichtsverfahren – der Rechtsstreit zwischen Ex-ORF-Generaldirektor Roland Weißmann und seinem früheren Arbeitgeber geht in die nächste Runde.

Roland Weißmann und der ORF stehen sich mittlerweile in mehreren Verfahren gegenüber. Insgesamt macht der frühere ORF-Generaldirektor Ansprüche von knapp vier Millionen Euro geltend. Dabei geht es unter anderem um entgangenes Gehalt, Pensionsansprüche, eine von Weißmann erwartete zweite Amtsperiode sowie Schadenersatz wegen behaupteter Rufschädigung.

Am Mittwoch begann am Arbeits- und Sozialgericht Wien ein weiteres Verfahren. Dabei geht es um die Frage, ob der ORF für Schäden aus einer Aussendung vom 9. März 2026 haftet, in der Vorwürfe sexueller Belästigung gegen Weißmann öffentlich gemacht wurden. Weißmann bestreitet diese Vorwürfe. Die Verhandlung wurde nach rund 15 Minuten und dem Austausch von Schriftsätzen vertagt.

Tausende Chats ausgewertet

Im Zuge der strafrechtlichen Ermittlungen wurden Tausende Chatnachrichten sowie weitere Unterlagen von beschlagnahmten Mobiltelefonen ausgewertet. Nach Informationen des „Standard“ soll aus dem bisherigen Ermittlungsstand hervorgehen, dass Weißmann und die ORF-Mitarbeiterin den Kontakt wechselseitig suchten. Weißmann und sein Rechtsvertreter Oliver Scherbaum sehen sich dadurch in ihrer bisherigen Darstellung bestätigt.

Auch ORF-Stiftungsrat Peter Westenthaler nahm Einsicht in Teile der Unterlagen und erklärte öffentlich, er sehe Weißmann dadurch „entlastet“. Scherbaum sprach von einer „wechselseitigen Beziehung“ und kündigte angesichts der zahlreichen laufenden Auseinandersetzungen an: „Es kommen noch sehr viele Prozesse.“ Zugleich betonte er, sein Mandant habe keine Chats nach außen weitergegeben.

Strafrechtliche Ermittlungen

Parallel dazu ermittelt die Staatsanwaltschaft Wien gegen die ORF-Mitarbeiterin und ihren Anwalt wegen des Verdachts der schweren Erpressung und des Missbrauchs von Tonaufnahmen. Die Ermittlungen wurden nach einer Sachverhaltsdarstellung von Weißmanns Seite eingeleitet. Für beide gilt die Unschuldsvermutung.

Im Zuge der Ermittlungen wurden zwei Mobiltelefone der Mitarbeiterin sichergestellt. Eines der Geräte war zuvor im Bereich des Wohnsitzes von ORF-Manager Pius Strobl geortet worden. Die Auswertung umfasst unter anderem Tausende Chatnachrichten, Fotos, private Notizen und aufgezeichnete Telefongespräche. Die strafrechtlichen Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen.

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KO KOSMO-Redaktion
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