Ein österreichischer Aluminiumriese steigt in Bosnien ein – und bringt dabei mehr als nur Kapital mit.
Hammerer Aluminium Industries (HAI) mit Sitz im oberösterreichischen Ranshofen steigt als Anteilseigner bei Aluminij Mostar ein. Der österreichische Industriekonzern, der zu den bedeutenderen europäischen Herstellern von Aluminiumprodukten zählt, beteiligt sich damit an dem bosnisch-herzegowinischen Unternehmen – konkrete Zahlen zu Investitionsvolumen und Anteilshöhe wurden allerdings nicht kommuniziert. Aluminij Mostar ist der größte Industriebetrieb in Bosnien und Herzegowina. Mehrheitseigentümer bleibt die M.T. Abraham Group.
HAI beschäftigt rund 2.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ist in mehreren europäischen Ländern aktiv, darunter Deutschland, Rumänien und Polen. Das Unternehmen deckt die gesamte Wertschöpfungskette der Aluminiumverarbeitung ab – vom Guss über die Extrusion bis zur Endbearbeitung fertiger Produkte. Besondere Expertise besitzt HAI im Bereich Recycling und nachhaltiger Aluminiumproduktion, einem Segment, das auf dem europäischen Markt zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Grünes Aluminium
Genau hier liegt auch der strategische Kern der neuen Partnerschaft: Gemeinsam wollen die beiden Unternehmen die Produktionsprozesse bei Aluminij Mostar modernisieren, die Kapazitäten ausbauen und die Marktposition des Mostarer Werks in Europa festigen. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei der Entwicklung sogenannten „grünen Aluminiums“ – also klimaschonend hergestellter Produkte, nach denen die Industrie verstärkt verlangt.
Amir Gross Kabiri, Präsident der M.T. Abraham Group, bezeichnete den Schritt als Bestätigung einer gewachsenen Vertrauensbasis: „Die Partnerschaft mit HAI ist ein weiterer Beleg für die starken Beziehungen, die wir mit unseren Partnern und Kunden aufgebaut haben. Gemeinsam schlagen wir ein neues Kapitel für Aluminij auf. Ich freue mich, das HAI-Team willkommen zu heißen – allen voran Geschäftsführer Rob van Gils, mit dem wir gemeinsam dafür sorgen werden, dass Aluminij seine Möglichkeiten und seine Reichweite auf dem Markt weiter ausbaut.“
Rob van Gils, der HAI-Geschäftsführer, unterstrich bei seinem Besuch in Mostar die bereits bestehende Verbindung zwischen den beiden Unternehmen: „Aluminij ist ein gut etablierter Partner, der HAI bestens bekannt ist. In den vergangenen Jahren haben wir eng mit Herrn Kabiri zusammengearbeitet, um Wege zu finden, unsere Kooperation weiter zu vertiefen.“
Stärkere Marktpräsenz
Dass der Einstieg als logische Fortsetzung einer bereits laufenden Zusammenarbeit gilt, betonen beide Seiten ausdrücklich: Aluminij Mostar war bereits zuvor Teil der Lieferkette der österreichischen Gruppe. Mit der nun formalisierten Beteiligung eines der führenden europäischen Aluminiumproduzenten erhoffen sich Beobachter nicht nur mehr Stabilität für den Betrieb in Mostar, sondern auch eine stärkere Sichtbarkeit Bosnien-Herzegowinas auf der Landkarte der europäischen Metallindustrie.
Analysten sehen in dem Schritt darüber hinaus Potenzial für eine Belebung der Exportwirtschaft und den Ausbau industrieller Kapazitäten im Land.