In einem Wiener Keller lief eine illegale Shisha-Fabrik – bis Behörden einschritten und dabei weit mehr entdeckten als erwartet.
Bei einer Schwerpunktkontrolle in Lokalen in Wien-Ottakring und Wien-Rudolfsheim-Fünfhaus ist die Gruppe für Sofortmaßnahmen der Stadt Wien auf eine illegale Produktionsstätte für Shisha-Tabak gestoßen. Insgesamt wurden 80 Kilogramm Tabak sichergestellt; für Anrainerinnen und Anrainer bestand durch austretendes Gas eine ernsthafte Gefährdungslage.
Im Rahmen der gemeinsamen Aktion mit Polizei, Marktamt, Arbeitsmarktservice (AMS) und Zollamt wurden mehrere Betriebe überprüft – der Fokus lag dabei auf Herstellung, Handel und Lagerung von Shisha-Tabak. In einem Keller in Wien-Ottakring stießen die Einsatzkräfte auf zwei Propangasflaschen, deren Ventile geöffnet waren und aus denen unkontrolliert Gas austrat. Für die Gäste des betroffenen Lokals sowie die gesamte Wohnhausbevölkerung stellte dies eine massive Gefahr dar.
Illegale Produktion
Darüber hinaus wurden in den kontrollierten Betrieben professionell eingerichtete Strukturen zur Eigenproduktion von Shisha-Tabak vorgefunden. Der Tabak war vor Ort illegal gemischt und abgepackt worden. Neben den 80 Kilogramm sichergestelltem Tabak beschlagnahmten die Behörden auch große Mengen Molasse – also Geschmacksstoffe für die Tabakmischung –, ein Vakuumiergerät zur Verpackung sowie umfangreiches Verpackungsmaterial, wie aus einer Aussendung des Büros für Sofortmaßnahmen hervorgeht.
Weitere Konsequenzen
Die Kontrollaktion zog neben den tabakbezogenen Strafanzeigen weitere rechtliche Konsequenzen nach sich: Es wurden mehrere Verstöße gegen die Gewerbeordnung sowie Fälle von Schwarzarbeit festgestellt. Walter Hillerer, Leiter der Gruppe Sofortmaßnahmen, zog folgendes Fazit: „Illegale Produktionsstätten in Kellern mit hochriskanten Manipulationen an Gasanlagen untergraben nicht nur den fairen Wettbewerb, sondern setzen vor allem Menschenleben aufs Spiel.“