Während Deutschland weiter ohne Tempolimit fährt, zieht Tschechien nach: Autofahrer müssen sich aber noch bis Anfang Oktober gedulden, bis sie auf einem 50-Kilometer-Abschnitt bis zu 150 km/h fahren dürfen.
Tschechien hebt als Vorreiter in der EU das Tempolimit auf einem Autobahnabschnitt auf 150 km/h an. Die ursprünglich für Ende September geplante Neuregelung wurde jedoch auf Anfang Oktober 2025 verschoben – die verzögerte Umsetzung führen die tschechischen Behörden auf Probleme bei der Ausschreibung der neuen Verkehrstechnik zurück. Betroffen ist die D3 zwischen Planá nad Lužnicí und České Budějovice, wo Autofahrer künftig auf einer 50 Kilometer langen Strecke bei günstigen Witterungsverhältnissen und entsprechender Verkehrslage schneller unterwegs sein dürfen.
Die Umsetzung läuft bereits auf Hochtouren: Die tschechische Straßen- und Autobahndirektion hat 55 Millionen Kronen (etwa 2,2 Millionen Euro) in die Installation von 42 elektronischen Wechselverkehrszeichen investiert, die bis Mitte September montiert werden sollen. Diese Schilder werden nur bei optimalen Bedingungen das erhöhte Tempolimit anzeigen – bei schlechtem Wetter oder dichtem Verkehr bleibt es bei den regulären 130 km/h.
Weitere Ausbaupläne
Die Maßnahme ist zunächst als Pilotprojekt konzipiert und basiert auf einer Gesetzesänderung aus 2023. Bei erfolgreicher Evaluation könnte sie ausgeweitet werden: Nach den aktuellen Planungen sollen perspektivisch auch auf der D1 zwischen Přerov und Ostrava sowie auf der D11 bei Hradec Králové höhere Geschwindigkeiten erlaubt werden. Im europäischen Vergleich liegt das reguläre Tempolimit auf Autobahnen meist zwischen 110 und 130 km/h – mit Ausnahme Deutschlands, wo auf weiten Teilen des Autobahnnetzes keine generelle Geschwindigkeitsbegrenzung gilt.
Während in Österreich vor allem die FPÖ eine Debatte über höhere Tempolimits auf Autobahnen führt, geht Tschechien nun mit der konkreten Implementierung voran und setzt das Vorhaben in die Praxis um.