Die steirische Landtagswahl brachte historische Verluste für ÖVP und SPÖ, während die Koalitionsmöglichkeiten auf wackeligen Beinen stehen. Während Christopher Drexler der Bundespolitik die Schuld für das ÖVP-Debakel gibt, rückt die Frage nach einem Bündnis mit der FPÖ in den Fokus.

Mit einem historischen Tief von weniger als 27 Prozent der Stimmen hat die ÖVP ihr schlechtestes Ergebnis bei einer steirischen Landtagswahl eingefahren. Eine mögliche Koalition mit der SPÖ und den Neos, die aufgrund der fragilen Mehrheit nur am Rand diskutiert wurde, erscheint unwahrscheinlich. “Da kann ja ein Abgeordneter schon die ganze Koalition erpressen und sprengen”, kommentierte ein Parteifunktionär die prekäre Lage.
Koalition
Die Möglichkeit, mit der FPÖ zu koalieren, scheint naheliegender, besonders da der einflussreiche Wirtschaftsbund unter WKO-Präsident Josef Herk dieses Bündnis unterstützt. Allerdings hat der amtierende Landeshauptmann und Parteichef Christopher Drexler vor der Wahl klargemacht, dass er nicht in einer untergeordneten Rolle agieren möchte.
Vertrauensfrage
Am Montag versammelt sich der Parteivorstand, wo Drexler die Vertrauensfrage stellen wird. Spannend bleibt, wie die Geschlossenheit innerhalb der Partei hält und wie die Bundespartei auf Drexlers Kritik reagiert. Dieser macht die Bundespolitik in Wien für die Wahlniederlage verantwortlich und hat sich am Wahltag als “Bauernopfer der Republik” bezeichnet.
SPÖ-Führung am Scheideweg
Auch für die SPÖ ging der Wahlabend mit schmerzhaften Verlusten einher, da sie mit 21,4 Prozent ihr schlechtestes Wahlergebnis in der Steiermark erzielte. Parteichef Anton Lang zeigte sich bedrückt und erwägt, in den kommenden Tagen die weiteren Entwicklungen genau zu beobachten.
In einer Sitzung des Landesparteivorstands wird sich Lang ebenfalls der Vertrauensfrage stellen. Sollte diese negativ ausfallen, stellt sich die Frage nach einem Nachfolger. Während Klubobmann Hannes Schwarz eine Option darstellt, wird ihm die Führungsrolle jedoch nicht allgemein zugetraut. Max Lercher könnte, ähnlich wie Hans Peter Doskozil im Burgenland, eine Rolle als Brückenbauer spielen.
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