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INNENRÄUME BESONDERS GEFÄHRLICH

Onlinekalkulator errechnet Risiko für Corona-Ansteckung

Symbolbilder (FOTOS: iStockphotos)

In einer aktuellen Studie präsentierte ein Forscherteam einen Algorithmus, der einschätzen kann, wie hoch die Gefahr ist, sich in Innenräumen über Aerosole mit dem Coronavirus zu infizieren.

Eine Ansteckung mit Sars-CoV-2 hängt von einer ganzen Reihe von Faktoren ab. Mittlerweile ist jedoch bekannt, dass Aerosolen bei der Übertragung eine gewisse, vielleicht sogar entscheidende Rolle haben. Denn Aerosolpartikel werden beim Atmen und Reden, aber vor allem beim Husten, Niesen oder Singen verbreitet. Im Gegensatz zu Tröpfchen, die verhältnismäßig rasch zu Boden sinken, können Aerosole längere Zeit in der Luft bleiben und sich so über größere Distanzen verteilen. Die Gefahr sich mit dem Coronavirus anzustecken ist also besonders groß, wenn sich viele Menschen in einem Raum befinden.

WIE hoch das Infektionsrisiko in einem geschlossenen Raum tatsächlich ist und wie stark man es durch das Tragen von Gesichtsmasken, Lüften und Abstandhalten reduzieren kann, genau das kann der neue Online-Algorithmus berechnen.

Ein Forscherteam des Max-Planck-Instituts für Chemie und des Cyprus-Instituts, Zypern, veröffentlichte im Rahmen einer aktuellen Studie einen Algorithmus, der einschätzen kann, wie hoch die Gefahr ist, sich in Innenräumen über Aerosole mit dem Coronavirus zu infizieren.

Für die Berechnung werden unter anderem die Messdaten zur Virenlast in Aerosolen herangezogen, auch die Menge der Teilchen, die sich in der Luft befinden, bzw. wie viele Partikel Menschen bei verschiedenen Aktivitäten abgeben. Das Modell ermittelt zudem gezielt das Ansteckungsrisiko über die Tröpfchen und Partikel, die so klein sind, dass sie lange in der Luft bleiben und sich in Räumen verteilen.

Risikokalkulator
Die Berechnung des Ansteckungsrisikos kann man auf der Internetseite des Max-Planck-Instituts für Chemie vornehmen. Dabei muss man verschiedene Parameter angeben, zum Beispiel: Die Raumgröße, die Anzahl der anwesenden Personen und die Dauer des Aufenthaltes in dem Innenraum.

Der Algorithmus berechnet mit diesen Angaben, unter der Annahme, dass eine Person in dem Raum hochinfektiös ist, automatisch die Übertragungswahrscheinlichkeit und zwar   sowohl die individuelle Ansteckungsgefahr als auch diejenige für irgendeine Person im Raum.

Verschieden Szenarien möglich
Zudem kann man zwischen verschiedenen Szenarien auswählen: Einem Klassenraum, einem Büro, einer Feier und einer Chorprobe. Für Experten gibt es auch noch weitere Auswahlmöglichkeiten: Die Angabe der Infektionsdosis, die Viruskonzentration des Infizierten und die Überlebenszeit des Virus in der Luft. Auch die Filtereffizienz von Gesichtsmasken oder die Luftwechselrate sind flexibel einzustellen.

„Wir möchten einen Beitrag leisten, damit zum Beispiel eine Schule oder ein Geschäft selbst ausrechnen kann, wie hoch das Infektionsrisiko in den Räumen ist und wie effektiv welche Sicherheitsmaßnahme ist“, sagt Jos Lelieveld, Direktor am Max-Planck-Institut für Chemie und Hauptautor der präsentierten Studie.

Ein konkretes Beispiel, wie dieser Algorithmus funktioniert, findet ihr Anhand einer Schulklasse auf der nächsten Seite.

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