Während tausende Gläubige in stiller Andacht verweilen, sorgt ein makabrer Trend für Empörung: Selfies mit dem aufgebahrten Papst Franziskus erschüttern den Vatikan.
Die Aufbahrung von Papst Franziskus sorgen Selfies mit dem Leichnam für Empörung unter den Trauernden. Rund 20.000 Gläubige strömten am Mittwoch in den Petersdom, um dem verstorbenen Pontifex die letzte Ehre zu erweisen. Doch während die meisten Besucher in stiller Andacht verweilten, lösten einige mit ihrem Verhalten Unmut aus: Sie fotografierten sich vor dem offenen Holzsarg, in dem der in rote Gewänder gehüllte Leichnam des Papstes aufgebahrt war, und teilten diese Bilder in sozialen Netzwerken.

Fotografieren untersagt
Die vatikanischen Behörden haben inzwischen das Fotografieren am offenen Sarg ausdrücklich untersagt, nachdem die Selfies für öffentliche Empörung sorgten. Beobachter beschreiben einen deutlichen Kontrast zwischen trauernden Gläubigen und Touristen, die sich vor dem Sarg inszenieren. Ähnliche Pietätsdiskussionen wurden bereits nach der Aufbahrung von Papst Benedikt XVI. geführt.

⇢ Papst Franziskus wurde in den Petersdom überführt

Weniger als zwölf Stunden nach der Überführung des Leichnams in den Petersdom hatten bereits knapp 19.500 Menschen dem am Ostermontag im Alter von 88 Jahren verstorbenen Kirchenoberhaupt ihren Respekt erwiesen. Sein Chirurg Sergio Alfieri gab bekannt, dass der Papst kurz vor seinem Tod im Koma lag – mit offenen Augen, jedoch ohne auf Reize zu reagieren. Bemerkenswert: Noch keine 48 Stunden zuvor hatte der Pontifex laut Alfieri „sehr gut“ gewirkt und war entschlossen, seinen päpstlichen Pflichten nachzukommen.