Mit feierlicher Prozession und dem Klang der Totenglocke beginnt der Abschied von Papst Franziskus, dessen letzter Wunsch mit der traditionellen Bestattungspraxis bricht.
Die Überführung des Leichnams von Papst Franziskus in den Petersdom hat am Mittwochvormittag begonnen. Der offene Sarg mit den sterblichen Überresten des verstorbenen Kirchenoberhauptes wurde in einer feierlichen Prozession aus der päpstlichen Residenz Santa Marta zur Basilika gebracht. Begleitet wurde der Trauerzug von zahlreichen Kardinälen und Mitgliedern der Schweizergarde, während die Totenglocke des Petersdoms erklang.
Bis Freitagabend wird der Leichnam im Petersdom aufgebahrt bleiben, wo die Gläubigen Abschied nehmen können. Wie vorgesehen, sollen die Tore der Basilika ab 11.00 Uhr für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
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Nachfolge-Prozedur
Mit dem Ableben des Pontifex wurde ein Verfahren in Gang gesetzt, das auf jahrhundertealten Traditionen basiert. Den Höhepunkt dieses Prozesses bildet die Einberufung des Konklaves (Versammlung der Kardinäle zur Papstwahl), bei dem die Kardinäle einen Nachfolger wählen werden.
Nach den vatikanischen Vorschriften muss dieses Konklave zwischen dem 15. und 20. Tag nach dem Tod des Papstes zusammentreten – in diesem Fall zwischen dem 5. und 10. Mai.
Besondere Beisetzung
Der am Ostermontag im Alter von 88 Jahren an einem Hirnschlag verstorbene Franziskus wird bis Freitag aufgebahrt sein. Die Beisetzungsfeierlichkeiten finden am Samstag statt, zu denen Staatsoberhäupter aus aller Welt erwartet werden, darunter auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen und ÖVP-Bundeskanzler Christian Stocker.
Entgegen der Tradition wird der verstorbene Papst nicht im Petersdom beigesetzt – der bedeutendsten Kirche der Christenheit – sondern auf seinen ausdrücklichen Wunsch hin in der kleineren Marienkirche Santa Maria Maggiore, die sich in der Nähe des römischen Hauptbahnhofs befindet.
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Die Wahl dieser Basilika spiegelt die tiefe persönliche Verbindung des Papstes zu diesem Ort wider. Franziskus besuchte Santa Maria Maggiore während seines Pontifikats mehr als 100 Mal – meist vor und nach wichtigen Amtshandlungen oder Reisen. Die Marienkirche diente ihm als spiritueller Zufluchtsort, an dem er regelmäßig betete und Kraft schöpfte. In seinem Testament bat er ausdrücklich um die Beisetzung in dieser Basilika, da er sein Leben lang eine besondere Verbundenheit zur Muttergottes pflegte. Mit dieser Entscheidung unterstreicht Franziskus auch posthum seinen Ruf als Papst, der Schlichtheit und persönliche Spiritualität über protokollarische Traditionen stellte.
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