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Preispolitik

Preisschock auf dem Balkan: Ist Kroatien oder Montenegro teurer?

Preisschock auf dem Balkan: Ist Kroatien oder Montenegro teurer?
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3 Min. Lesezeit |

Die Preisschere in Südosteuropa öffnet sich immer weiter. Während Kroaten zum Einkaufen ins Ausland fahren, sorgt ein Protein-Shake für Verwunderung über die Preispolitik.

Immer mehr Kroaten packen den Einkaufskorb ins Auto und überqueren die Grenze, um dem Preisschock in heimischen Geschäften zu entkommen. Die beliebten Ziele: Österreich, Slowenien oder das italienische Triest. Paradoxerweise finden sie dort oft günstigere Angebote als in der Heimat. Doch das Phänomen beschränkt sich längst nicht mehr auf Kroatien – auch in Serbien, Bosnien-Herzegowina und Montenegro klaffen Lebensstandard und Inflation immer weiter auseinander.

Wie groß die Preisunterschiede tatsächlich sind, zeigt eine kuriose Anfrage auf der kroatischen Reddit-Plattform. Ein Montenegriner wollte von seinen kroatischen Nachbarn wissen, was sie für einen Z’bregov Protein-Schokoladenshake bezahlen. „Bei uns kostet die 500-ml-Flasche 2,89 Euro. Wie weit steigen die montenegrinischen Preise noch?“, fragte er besorgt.

Überraschende Preisdifferenzen

Die Antworten der kroatischen User ließen den Montenegriner staunen: „2,49 Euro regulär, im Angebot sogar nur 1,99 Euro“, lautete die prompte Auskunft eines Kroaten. Der Montenegriner reagierte frustriert: „Bei euch ist es billiger, obwohl euer Mindestlohn höher ist als unserer.“ Ein kroatischer Nutzer kommentierte daraufhin nicht ohne Ironie: „Endlich ist mal ein kroatisches Produkt im Ausland teurer als bei uns.“

Ein anderer Kroate relativierte die Diskussion: „Auch hier ist der Shake objektiv überteuert. Die 50 Gramm Protein sind nach dem Training zwar solide, aber geschmacklich überzeugt der Z’bregov nicht wirklich. Effizienter wären Proteinriegel, wenn du kein Pulver verwenden willst.“ Ein weiterer User bestätigte den Aktionspreis: „Heute im Konzum für 1,99 Euro gekauft, normalerweise liegt er bei etwa 2,50 bis 2,60 Euro.“

Kreative Spartipps

Besonders kreativ zeigte sich ein kroatischer Nutzer mit seinem Spartipp: „Gib einfach Whey-Protein und Bio-Kakao in ein Glas, gieße Milch darüber und süße es bei Bedarf mit etwas Honig. Gut umrühren – fertig ist der Shake.

Da musst du das Fertigprodukt gar nicht mehr kaufen.“

Komplexe Kaufkraftunterschiede

Was auf den ersten Blick widersprüchlich erscheint – teurere Produkte im wirtschaftlich schwächeren Montenegro – hat strukturelle Gründe. Während die Lebensmittelpreise in Montenegro im Durchschnitt rund 15 Prozent niedriger sind als in Kroatien, ist die lokale Kaufkraft dort um fast 27 Prozent geringer. Das bedeutet, dass sich Montenegriner trotz nominell niedrigerer Preise weniger leisten können.

Besonders auffällig ist, dass Restaurantbesuche in Montenegro etwa 14 Prozent günstiger sind als im Nachbarland, während die Mietpreise im Schnitt sogar höher liegen. Dies verstärkt die wirtschaftlichen Unterschiede zusätzlich und erklärt teilweise, warum selbst Produkte kroatischer Herkunft in Montenegro teurer verkauft werden können als im Ursprungsland – obwohl die Bevölkerung dort deutlich weniger verdient.

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KO KOSMO-Redaktion
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