Feuerwerk, Tränengas, brennende Wut: In Albanien eskaliert der Konflikt zwischen Volk und Regierung auf offener Straße.
In Albanien sind Proteste gegen Premierminister Edi Rama in offene Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften umgeschlagen. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Tränengas ein, nachdem Protestierende die Residenz des Regierungschefs mit Feuerwerkskörpern und Berichten zufolge auch mit Molotowcocktails angegriffen hatten.
Police fired water cannons at protesters in Albania after they hurled petrol bombs and firecrackers at the residence of Prime Minister Edi Rama pic.twitter.com/PEoVbkPcni
— Reuters (@Reuters) March 22, 2026
Hintergrund der Unruhen ist eine wachsende Unzufriedenheit in der Bevölkerung: Laut Weltbank ist die Armutsquote in Albanien nach Jahren des Rückgangs wieder gestiegen und übersteigt mittlerweile die Marke von 20 Prozent. Der sinkende Lebensstandard und die zunehmende Zahl jener, die unterhalb der Armutsgrenze leben, gelten als zentrale Triebfedern der Mobilisierung.
Schwere Vorwürfe
Die demokratische Opposition, die hinter den Protesten steht, erhebt schwere Vorwürfe gegen Rama und seine Sozialistische Partei. Sie wirft der Regierung Korruption vor, den Aufbau eines sogenannten Drogenstaates sowie die Verschärfung der wirtschaftlichen Probleme des Landes.
Rama persönlich wird beschuldigt, einen oligarchischen Clan von Drogenhändlern etabliert und die politische Macht zunehmend auf sich konzentriert zu haben. Seine Partei regiert Albanien seit 2013. Die Opposition machte deutlich, dass sie die Proteste nicht einstellen werde, solange keine Einigung über den Rücktritt der Regierung und die Einsetzung eines technischen Übergangskabinetts erzielt sei.