Venedig, Gepäck, ein freundliches Lächeln – und plötzlich wird der Koffer zur Verhandlungssache.
Wer in Venedig mit schwerem Gepäck unterwegs ist, sollte fremden Hilfsangeboten mit Skepsis begegnen. Derzeit warnen Behörden und Medien vor einer Betrugsmasche, bei der nicht lizenzierte Gepäckträger Reisende gezielt ansprechen und deren Koffer in Geiselhaft nehmen. Wie die Lokalzeitung Corriere del Veneto berichtet, sind die Täter vor allem zwischen der Piazzale Roma und der Ponte degli Scalzi aktiv und sollen auf diese Weise täglich zwischen 100 und 150 Euro einnehmen – weder versteuert noch sozialversicherungsrechtlich abgesichert.
Gepäck als Druckmittel
Das Vorgehen folgt dabei einem klaren Schema: Freundlich und scheinbar hilfsbereit wenden sich die Männer an ankommende Touristen, übernehmen das Gepäck – und nennen dabei keinen Preis. Erst am Ziel angekommen, stellen sie ihre Forderung: zwischen 10 und 20 Euro für die geleisteten Dienste. Wer die Zahlung verweigert, bekommt seine Koffer schlicht nicht zurück.
Für legale Gepäckdienstleister, die Steuern und Abgaben entrichten, ist ein Wettbewerb unter diesen Bedingungen kaum möglich.
Bekanntes Pflaster
Venedig hat seit Langem den Ruf, ein bevorzugtes Pflaster für Touristenbetrug zu sein. Die Täter nutzen dabei gezielt die Hilfsbereitschaft, den Zeitdruck und die mangelnde Ortskenntnis der Besucher aus.
Experten empfehlen, Hilfsangebote von Unbekannten grundsätzlich mit Vorsicht zu behandeln und das eigene Gepäck zu keinem Zeitpunkt aus den Augen zu lassen.