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Enteignung

Putin macht ernst: Europäisches Milliardenunternehmen unter Staatskontrolle gestellt

Putin macht ernst: Europäisches Milliardenunternehmen unter Staatskontrolle gestellt
Foto: EPA/RAMIL SITDIKOV / SPUTNIK / KREMLIN POOL
2 Min. Lesezeit |

Per Dekret greift der Kreml durch: Ein deutsches Handelsriese verliert die Kontrolle über sein milliardenschweres Russland-Geschäft.

Die russische Regierung hat die Vermögenswerte des deutschen Handelskonzerns Metro in Russland unter staatliche Verwaltung gestellt. Grundlage dafür ist ein Dekret von Präsident Wladimir Putin.

Metro ist seit dem Jahr 2000 auf dem russischen Markt präsent und unterhält dort 91 Standorte. Die russische Tochtergesellschaft METRO Cash & Carry erzielte allein im Jahr 2025 einen Umsatz von rund 2,5 Milliarden Euro. Die Kontrolle über diese Vermögenswerte liegt nun bei UK Torg Rus, einer eigens dafür ins Leben gerufenen Verwaltungsgesellschaft.

Staatliche Übernahme

UK Torg Rus wurde am 8. September 2026 gegründet und führt seither die Geschäfte von Metro in Russland. Als Geschäftsführer ist Johannes Maria Tolay eingesetzt, der bereits seit April 2023 die Leitung von Metro Cash & Carry Russland innehat. Trotz der staatlichen Übernahme soll der laufende Betrieb nicht beeinträchtigt werden. Die russische Metro-Tochter versicherte, dass der Betrieb wie gewohnt weiterlaufe und alle Verpflichtungen gegenüber den Kunden erfüllt würden.

Metro ist in dieser Hinsicht kein Einzelfall. Schon 2023 wurden die russischen Aktivitäten der Eon-Tochter Uniper unter staatliche Verwaltung gestellt. Am 17. September 2026 traf dieselbe Maßnahme weitere internationale Konzerne, darunter Auchan, Nestlé und FM Logistic. Seit der Einführung dieses Mechanismus im Jahr 2023 wurden die Vermögenswerte von insgesamt 27 ausländischen Unternehmen in Russland auf diese Weise unter staatliche Kontrolle gebracht.

Das Verfahren beruht auf dem Präsidialdekret Nr. 302 vom 25. April 2023, das der russischen Regierung erlaubt, Vermögenswerte von Investoren aus als „unfreundlich“ eingestuften Staaten unter vorübergehende staatliche Verwaltung zu stellen. Dabei wird die Kontrolle übertragen, während das Eigentum formal nicht übergeht.

Deutsche Firmen aktiv

Neben Metro sind auch andere deutsche Unternehmen weiterhin in Russland tätig, etwa der Süßwarenhersteller Storck und der Käseproduzent Hochland. Sie setzen ihre Geschäftstätigkeit trotz des anhaltend schwierigen politischen Umfelds fort.

Die geopolitischen Spannungen zwingen diese Firmen dazu, ihre Strategien kontinuierlich anzupassen, um unter den gegebenen Bedingungen handlungsfähig zu bleiben.

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KO KOSMO-Redaktion
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