Belgrad tobte, und mittendrin stand Aleksandar Rakic – nach Jahren im Tief endlich wieder ganz oben.
Aleksandar Rakic hat sich zurückgemeldet – und das mit Nachdruck. Bei der UFC Fight Night 283 in der Belgrader Arena feierte der 34-jährige Wiener mit serbischen Wurzeln seinen ersten Sieg seit über fünf Jahren und gleichzeitig seinen Einstand im Schwergewicht. Gegen den erfahrenen Polen Marcin Tybura (27-12 MMA, 14-11 UFC) setzte sich Rakic (14-6 MMA, 6-5 UFC) klar durch – alle drei Kampfrichter sahen ihn mit 30-27 vorne, ein einstimmiges Urteil ohne Diskussionsbedarf.
Von Beginn an übernahm Rakic die Kontrolle. Mit hohem Schlagtempo und gezielten Treffern an Kopf und Beinen seines Gegners diktierte er das Geschehen, während Tybura versuchte, den Kampf in die Nahdistanz zu verlagern. Zwar drosselte Rakic sein Tempo im weiteren Verlauf etwas, ließ sich jedoch zu keinem Zeitpunkt ernsthaft in Gefahr bringen.
Rakics Comeback-Worte
Methodisch und fokussiert arbeitete er sich durch alle drei Runden – und sorgte damit auch für die Wende im serbischen Lager: Nachdem die heimischen Kämpfer zu Beginn der Main Card mit 0-3 in Rückstand geraten waren, brachte Rakic das Publikum endlich zum Jubeln. Für Rakic bedeutete dieser Sieg weit mehr als nur einen Punktgewinn in der Schwergewichtswertung. Es war das Ende einer schmerzhaften Negativserie – vier Niederlagen in Folge, der letzte Erfolg datierte vom März 2021.
Tybura wiederum kassierte seine dritte aufeinanderfolgende Niederlage. Im Anschluss an den Kampf wandte sich ein sichtlich bewegter Rakic an das Publikum und sprach im Interview mit Michael Bisping offen über die Schwere der vergangenen Jahre. „Jeder sollte dieses Glück einmal im Leben spüren, aber nicht viele können es“, sagte er. „Ich bin so glücklich. Gott sei Dank. Ich habe mich sehr lange vorbereitet. Es war eine harte Zeit nach vier Niederlagen – ich habe hier um meinen Job gekämpft. Aber mit dieser Kulisse wusste ich, dass ich nicht verlieren kann.“
Historische Veranstaltung
Die UFC-Veranstaltung in der serbischen Hauptstadt wird als Meilenstein in die Annalen dieses Sports eingehen – gleich zwei Rekorde wurden in einer einzigen Nacht gebrochen. Das Publikum erlebte 14 Kämpfe mit Athleten aus dem Land, der Region und weit darüber hinaus.
Das Außergewöhnliche: Zwölf dieser Begegnungen endeten vor dem Schlussgong – ein Wert, der in der Geschichte des MMA noch nie zuvor erreicht wurde. Noch bemerkenswerter ist, dass zehn dieser zwölf Kämpfe bereits in der ersten Runde entschieden waren.
UFC Fight Night in Belgrad stellte mit 12 vorzeitigen Abschlüssen in 14 Kämpfen einen neuen UFC-Rekord für Abschlüsse innerhalb eines Events auf. Bei derselben Veranstaltung endeten zehn Kämpfe bereits in der ersten Runde, was ebenfalls als UFC-Rekord bezeichnet wurde.
Alle Ergebnisse
Aleksandar Rakic besiegte Marcin Tybura via einstimmiger Punktentscheidung (30-27, 30-27, 30-27). Robert Valentin bezwang Dusko Todorovic via Aufgabe durch Guillotine Choke in Runde 1 (4:14). Gilbert Urbina stoppte Vlasto Cepo per TKO in Runde 1 (1:01).
Noah Gugnon zwang Milos Janicic mit einem Rear-Naked Choke zur Aufgabe in Runde 1 (1:21). Tofiq Musayev besiegte Ludovit Klein per TKO in Runde 2 (4:07). Michael Oliveira knockte Oban Elliott in Runde 1 aus (1:49). Borislav Nikolic setzte sich gegen Mark Vologdin via einstimmiger Punktentscheidung (29-27, 29-27, 29-27) durch.
Bogdan Grad ließ Dennis Buzukja per Arm-Triangle-Choke aufgeben in Runde 2 (4:33). Mateusz Rebecki stoppte Kyle Prepolec per Ground-and-Pound-TKO in Runde 1 (4:41). Nina Milosevic bezwang Hailey Cowan per TKO durch Körpertreffer in Runde 1 (3:41). Jovan Leka beendete den Kampf gegen Alexander Poppeck mit einem Lebertritt per TKO in Runde 1 (2:22).
Stephanie Luciano zwang Marina Spasic mit einem Rear-Naked Choke zur Aufgabe in Runde 1 (3:20).