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Skandal

Rassismus-Vorwurf: Wiener Kulturchefin nennt Balkaner „Tschusch“

Rassismus-Vorwurf: Wiener Kulturchefin nennt Balkaner „Tschusch“
(FOTO: iStock/Andrii Bicher/Stadt Wien)
3 Min. Lesezeit |

Im Wiener Verein Basis.Kultur.Wien herrschte in den letzten Jahren offenbar ein problematischer Umgangston. Verantwortlich gemacht wird dafür die Chefin Monika Erb, die sowohl Generalsekretärin als auch Geschäftsführerin der Einrichtung ist.

Der Verein vertritt nach eigenen Angaben über 300 Mitgliedsvereine in ihrer ehrenamtlichen Kulturarbeit. Er stellt ihnen Weiterbildungsangebote sowie finanzielle Mittel zur Verfügung.

Prominente Besetzung im Vorstand

Im Vorstand des Vereins sind hochrangige Persönlichkeiten zu finden: Bürgermeister Michael Ludwig ist Ehrenmitglied, und Harry Kopietz, ehemaliger Präsident des Landtags, fungiert als Präsident.

Vorwürfe von Rassismus

Seit Juni 2016 leitet Monika Erb auch die Tschaunerbühne. Ihr wird vorgeworfen, rassistische Begriffe wie „Vorzeige-Tschusch“ und „Tschusch“ bei Besprechungen verwendet zu haben. Ein „Vorzeige-Tschusch“ sollte beispielsweise gefunden werden, um den Inklusionsforderungen der Stadt Wien zu entsprechen. Bei einer Feier soll Monika Erb einen ausländischen Gast als „Tschusch“ bezeichnet haben: „Ich nenne diese Leute so.“

Entschuldigung vor Mitarbeitern

Im Gespräch mit der Krone sagte Erb: „Die Verwendung des Wortes ‘Tschusch‘ war vor langer Zeit die Reflexion auf meine zahlreichen Freunde aus der Bosnisch-Kroatisch-Serbischen Community, die sich selbst so nannten.“ Sie betont jedoch, diesen sprachlichen Gebrauch mittlerweile vollständig eingestellt zu haben und dass Rassismus in ihrem Leben und Arbeitsumfeld keinen Platz habe.

Betriebsrat bestätigt Vorwürfe

Auch der Betriebsrat von Basis.Kultur.Wien bestätigte die Vorwürfe: „Punkto der Äußerung ‘Tschusch‘ ist es korrekt, dass es in der Vergangenheit zu als unsensibel wahrgenommenen Äußerungen gekommen ist. Als Betriebsrat hatten wir Frau Erb darauf hingewiesen und in weiterer Folge wurde ihrerseits sehr auf politisch korrekte Sprachverwendung geachtet.“ Zudem hat sich Erb vor der gesamten Belegschaft für ihre Wortwahl entschuldigt. Aus Sicht des Betriebsrats wird sie dennoch als fürsorgliche und mitfühlende Chefin wahrgenommen.

Nutzung von Vereinsressourcen für private Zwecke

Laut Krone-Recherchen wurden in den vergangenen Jahren jedoch nicht alle Mitarbeiter wohlwollend behandelt. Eine bei Basis.Kultur.Wien angestellte Grafikerin soll private Aufträge von Monika Erb während ihrer Dienstzeit erledigt haben. Zu den Aufgaben gehörten Entwürfe für den Grabstein der Familie der Generalsekretärin, Grafiken für Familienveranstaltungen und Wein-Etiketten.

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Monika Erbs Stellungnahme

Monika Erb erklärte, dass diese grafischen Leistungen von ihr in seltenen Fällen außerhalb der Dienstzeit und gegen eine private Gegenleistung angefragt worden seien. Die Kollegin habe diese Zusatzaufträge stets gerne übernommen. Es habe dabei keine Vermischung des Dienstverhältnisses gegeben, und sie habe stets auf eine klare Trennung zwischen privaten und offiziellen Angelegenheiten geachtet.

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KO KOSMO-Redaktion
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