Nach 20 Jahren an der Spitze muss er gehen: Christian Horner verabschiedet sich mit tränenerstickter Stimme von seinem Red-Bull-Team – der Rauswurf kam selbst für ihn überraschend.
Es war der große Formel-1-Knall am Mittwoch: Red Bull entlässt den langjährigen Teamboss Christian Horner (51). Der Brite ist nicht mehr Teamchef des Rennstalls. Jetzt äußert er sich erstmals öffentlich zu seinem Aus.
Nach Informationen der BILD wollte Horner noch am selben Tag persönlich Abschied von den Mitarbeitern in der Fabrik in Milton Keynes, Großbritannien, nehmen. Mittlerweile sind Ausschnitte dieser bewegenden Ansprache an die Öffentlichkeit gelangt – dabei war deutlich zu sehen, wie der sonst so souveräne Teamchef mit seiner Fassung rang.
Sky Sports veröffentlichte eine kurze Videosequenz von Horners Abschied. Vor einem schlichten Rednerpult stehend wandte er sich an seine langjährigen Wegbegleiter. „Ich wurde von Red Bull darüber in Kenntnis gesetzt, dass ich nicht länger beim Team involviert sein werde“, erklärte Horner mit bemüht fester Stimme.
Hinter der folgenschweren Entscheidung steht offenbar Oliver Mintzlaff (49), der als Sport-Geschäftsführer des Red-Bull-Konzerns die Fäden zieht. Wie Horner enthüllte, fand das entscheidende Gespräch bereits am Dienstag statt.
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Emotionaler Abschied
„Es war auch für mich ein Schock“, gestand der langjährige Teamchef. „Ich hatte die vergangenen zwölf Stunden Zeit, das Ganze zu verarbeiten. Ich wollte hier vor euch stehen und euch persönlich diese Nachricht überbringen.„
Trotz seiner Entlassung als Teamchef bleibt Horner dem Energydrink-Hersteller in anderer Funktion erhalten. „Aber der Staffelstab wird weitergegeben“, machte er unmissverständlich klar. In seiner Abschiedsrede fand er dankbare Worte für alle Red-Bull-Mitarbeiter: „Einige von euch waren bereits hier, als ich vor 20 Jahren kam. Ihr alle habt so viel gegeben. Ich möchte jedem einzelnen Teammitglied meine tiefste Dankbarkeit ausdrücken.“
Besonders tragisch: Horners Entlassung erfolgte nur zehn Tage nach dem Tod seiner ersten Ehefrau Beverley Allen, die im Alter von 58 Jahren an Krebs verstarb. Trotz ihrer Trennung hatten beide weiterhin eine freundschaftliche Beziehung gepflegt, was die emotionale Belastung für den 51-Jährigen in dieser Zeit zusätzlich erhöhte.
Erfolgreiche Ära
Im weiteren Verlauf seiner Ansprache wurde Horner zusehends emotionaler und blickte auf seinen beeindruckenden Werdegang bei Red Bull zurück. Mit leicht brüchiger Stimme erinnerte er sich: „Als ich zum Team stieß – mit deutlich weniger grauen Haaren – wusste ich nicht, was mich erwarten würde. Aber ich wurde sofort herzlich aufgenommen.“
Unter Horners Führung entwickelte sich Red Bull zu einer dominierenden Kraft in der Königsklasse des Motorsports. Sechs Konstrukteurs-Weltmeisterschaften und acht Fahrertitel – vier mit Sebastian Vettel (2010-2013) und vier mit Max Verstappen (2021-2024) – zeugen von einer Erfolgsära, die ihresgleichen sucht.
„Das mitzuerleben und ein Teil davon zu sein, war das größte Privileg meines Lebens“, bekannte Horner mit zunehmend feuchten Augen.
In den letzten Momenten des Videos ist zu sehen, wie dem 51-Jährigen schließlich die Stimme versagt und er sichtlich mit den Tränen kämpft.
Laut übereinstimmenden Berichten stehen hinter Horners Entlassung ein deutlicher Leistungsabfall des Teams, interne Spannungen sowie mehrere hochkarätige Rücktritte und anhaltende Vorwürfe wegen unangemessenen Verhaltens, die das Arbeitsklima belasteten. Red Bull bestätigte inzwischen, dass Laurent Mekies als neuer CEO übernimmt, während Horner weiterhin formell beim Unternehmen angestellt bleibt, aber keine operative Rolle mehr ausübt.