Der Goldpreis erreicht Rekordhöhen, während Silber auf ein 14-Jahres-Hoch klettert. Hinter dem Edelmetall-Boom stehen Zinssenkungserwartungen und eine Trump-Zusicherung.
Der Goldpreis hat einen historischen Höchststand erreicht und kletterte in der Nacht zum Dienstag auf 3.505,59 Dollar je Feinunze. Parallel dazu verzeichnete auch Silber erhebliche Wertzuwächse und durchbrach zeitweise die 40-Dollar-Marke – ein Niveau, das zuletzt vor 14 Jahren erreicht wurde.
Bemerkenswert ist dabei die Performance der beiden Edelmetalle in diesem Jahr: Silber legte seit Jahresbeginn um rund 40 Prozent zu und übertraf damit sogar die Goldperformance, die mit etwa 32 Prozent ebenfalls beeindruckend ausfiel. Der Silberpreis erreichte am 2. September erstmals seit 2011 wieder die psychologisch wichtige 40-Dollar-Marke.
In Krisenzeiten und bei wirtschaftlichen Unsicherheiten flüchten Anleger traditionell in Edelmetalle, wobei Gold als klassischer „sicherer Hafen“ gilt. Die Attraktivität von Gold steigt zudem typischerweise bei sinkenden Zinsen in den USA, da das Edelmetall selbst keine Zinserträge abwirft und dadurch bei fallenden Marktzinsen vergleichsweise attraktiver wird.
Zinspolitische Faktoren
Marktbeobachter rechnen damit, dass die amerikanische Notenbank Federal Reserve noch im laufenden Monat eine Zinssenkung vornehmen wird. Die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung im September liegt aktuellen Berichten zufolge bei über 80 Prozent. Diese hohe Erwartung einer lockereren Geldpolitik treibt die Nachfrage nach zinsfreien Edelmetallen zusätzlich an.
Zusätzlichen Auftrieb erhielt der Goldpreis durch eine Klarstellung des US-Präsidenten Donald Trump im August: „Gold wird nicht mit Zöllen belegt!“, verkündete er auf seiner Plattform Truth Social (Trump-Plattform).
Diese Aussage beendete vorherige Marktspekulationen über mögliche Importzölle auf das Edelmetall.