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Verkehrschaos

Ring-Chaos: Gleisbau legt innere Stadt komplett lahm

Ring-Chaos: Gleisbau legt innere Stadt komplett lahm
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4 Min. Lesezeit |

Während der Ferienzeit wird Wiens Straßenbahnnetz umfassend erneuert. Die Ringsperre legt das Zentrum lahm und zwingt Fahrgäste zu kreativen Umwegen durch die Hauptstadt.

Seit Anfang Juli laufen entlang der Wiener Ringlinie umfangreiche Gleisbauarbeiten. Der gesamte Streckenabschnitt zwischen Schwarzenbergplatz, Oper und Dr.-Karl-Renner-Ring ist nicht befahrbar. Dies betrifft gleich vier Straßenbahnlinien – die 1er, 2er, D und 71er –, die nun aus dem Stadtzentrum weichen müssen, teilweise verkürzt verkehren oder weiträumig umgeleitet werden. Besonders stark wirkt sich die Sperre auf den vielfrequentierten Bereich rund um Parlament, Burgtheater und Staatsoper aus – genau jenes Kernstück der innerstädtischen Streckenführung.

Der Auftakt der Bauarbeiten sorgte für erhebliche Verwirrung an zahlreichen Haltestellen. Trotz vorheriger Ankündigungen, Informationsaushängen und Lautsprecherdurchsagen warteten viele Wienerinnen und Wiener vergebens auf Straßenbahnen, die diesen Abschnitt nicht mehr bedienen. Die Unsicherheit war besonders im Bereich der Ringstraße spürbar – sowohl Touristen als auch Pendler standen ratlos vor den gesperrten Haltestellen.

📍 Ort des Geschehens

Für die Fahrgäste bedeutet dies konkret: Zwischen Schubertring und Volkstheater verkehrt derzeit keine einzige Straßenbahn. Wer von der Innenstadt zum Gürtel oder in umgekehrter Richtung unterwegs ist, muss auf das U-Bahn-Netz ausweichen oder alternative Routen finden. Die Bauarbeiten werden noch bis zum 5. August andauern – mitten in der Urlaubssaison, aber auch bereits zu Beginn der zweiten Ferienhälfte, wenn viele Berufstätige aus dem Urlaub zurückkehren.

Als Ausweichmöglichkeit nutzen zahlreiche Fahrgäste nun die U-Bahn-Linien U3 oder U2. Vor allem an der Station Volkstheater war ein deutlich erhöhtes Passagieraufkommen zu beobachten, dennoch blieb die Situation insgesamt ruhig und geordnet. Wer rechtzeitig aufbrach und sich mit den Umleitungen vertraut gemacht hatte, konnte größere Verzögerungen vermeiden. Dennoch verlängern sich viele Wegstrecken um mehrere Minuten oder erfordern zusätzliche Umstiege.

Die Wiener Linien haben für die Dauer der Ringsperre zusätzliche Informationsmaßnahmen gesetzt, darunter verstärkte Durchsagen, mehrsprachige Aushänge und mobiles Servicepersonal an zentralen Umsteigepunkten, um Fahrgäste über Umleitungen und Alternativen zu informieren. Trotz dieser Maßnahmen kam es besonders am ersten Tag der Sperre zu erheblicher Verwirrung, da viele nicht rechtzeitig über die Änderungen informiert waren.

Weitere Baustellen

Die Bauarbeiten beschränken sich nicht nur auf das Stadtzentrum: Auch am Währinger Gürtel wird seit dem 24. Juni gebaut. Nach anfänglichen Nachtarbeiten sind seit 1. Juli auch tagsüber zwei Fahrspuren gesperrt. Bereits jetzt bilden sich regelmäßig Staus im Bereich des AKH (Allgemeines Krankenhaus), der Alser Straße und bei der Volksoper.

Parallel dazu laufen seit 1. Juli umfangreiche Arbeiten an der Brigittenauer Brücke, wo 281 Meter der Fahrbahn erneuert werden. Diese Arbeiten führen zu wechselnden Fahrstreifensperren, wobei zumindest eine Spur pro Richtung sowie der Fuß- und Radverkehr weitgehend aufrechterhalten bleiben. Das Großprojekt soll bis Mai 2026 abgeschlossen werden.

In Wien-Hernals herrschen ebenfalls außergewöhnliche Verkehrsbedingungen: In der Jörgerstraße werden seit Mitte Juni auf einer Strecke von einem Kilometer die Gleise erneuert. Die Straßenbahnlinie 43 verkehrt deshalb nur noch bis zum Elterleinplatz und wird anschließend nach Gersthof umgeleitet. Fahrgäste mit Ziel Innenstadt müssen auf die Linie 42 umsteigen. Auch die Linie 9 ist von Einschränkungen betroffen und fährt aktuell ausschließlich zwischen Westbahnhof und Rosensteingasse.

Eine erfreuliche Nachricht kommt hingegen aus dem Westen Wiens: Die Linie 49 ist seit dem 30. Juni wieder auf ihrer regulären Strecke unterwegs. Seit April wurden etwa 1.800 Meter Gleise und Oberleitungen erneuert sowie die Haltestellen Johnstraße und Breitensee modernisiert. Die Bauarbeiten sind abgeschlossen – zur Freude vieler Anwohner.

Bewohner von Rudolfsheim-Fünfhaus und Ottakring können damit wieder direkt in Richtung Zentrum fahren – soweit es die übrigen Sperren zulassen. Denn durch die Unterbrechung am Ring sind selbst bei bereits fertiggestellten Linien noch immer Umwege erforderlich. Die vollständige Normalisierung des Wiener Straßenbahnnetzes erfolgt daher nur schrittweise.

U-Bahn-Einschränkungen

Auch im nördlichen Stadtgebiet wird intensiv gearbeitet: Die Baumaßnahmen am Franz-Jonas-Platz in Wien-Floridsdorf stehen kurz vor dem Abschluss. Die Linien 25, 26 und 31 sollen Anfang Juli wieder planmäßig verkehren – rechtzeitig zum Beginn der Sommerferien. Von den dortigen Sperren waren insbesondere Pendler aus dem Umland betroffen.

Anders stellt sich die Situation im dritten Bezirk dar: An der Linie 18 werden die Arbeiten noch bis zum Jahresende fortgesetzt. Insgesamt werden dort 2.500 Meter Gleise erneuert. Obwohl der Betrieb aufrechterhalten wird, kommt es zu