Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Meilenstein

Robotaxis bereits im Einsatz: Musks fahrerlose Flotte nimmt Betrieb auf

Robotaxis bereits im Einsatz: Musks fahrerlose Flotte nimmt Betrieb auf
(Foto: Pexels)
3 Min. Lesezeit |

In Austin wurden in den vergangenen Tagen mehrere Tesla Model Y ohne Fahrer gesichtet – nun folgte die offizielle Ankündigung: Elon Musk verkündete heute über seine Plattform X, dass die ersten Robotaxis noch am Nachmittag zu einem symbolträchtigen Preis von 4,20 Dollar ihre Dienste aufnehmen werden.

Dem Start ging eine streng kontrollierte Testphase voraus, bei der ausgewählte Influencer Probefahrten absolvieren durften. Zunächst sollen zwischen 10 und 20 Fahrzeuge in einem begrenzten Gebiet in Austin unterwegs sein.

Trotz des vollautonomen Betriebs plant Tesla, auf dem Beifahrersitz sogenannte „Sicherheitsaufseher“ einzusetzen. Welche Eingriffsmöglichkeiten diese tatsächlich haben werden, bleibt allerdings unklar. In sozialen Netzwerken kursierten bereits Videos der führerlosen Teslas, wobei nicht erkennbar war, ob sich Personen in den Fahrzeugen befanden.

Bei der Sicherheit will Musk nichts dem Zufall überlassen. „Wir werden bei den Robotaxis super paranoid sein“, erklärte der Tesla-Chef und kündigte an, nur in Gebieten zu operieren, die das Unternehmen als besonders sicher einstuft. Zudem gelten weitere Einschränkungen: Die autonomen Fahrzeuge werden bei schlechtem Wetter nicht fahren, komplizierte Kreuzungen meiden und keine Minderjährigen befördern.

Musk betonte seine Bereitschaft, den Testbetrieb aus Sicherheitsgründen notfalls zu verschieben.

⇢ Elektro-Gigant BYD: Von Vorzeigeunternehmen zum Pleite-Kandidaten?

Technische Unterschiede zu Konkurrenten

Tesla setzt bei seinen Robotaxis ausschließlich auf Kameras und eine End-to-End-KI, während Konkurrenten wie Waymo auf eine Kombination aus Kameras, Radar und Lidar setzen, was von Experten als sicherer gilt. Im Gegensatz zu Waymo, das bereits in mehreren US-Städten wie Phoenix, Los Angeles und San Francisco kommerzielle Robotaxi-Dienste ohne Sicherheitsfahrer anbietet, ist bei Tesla weiterhin ein Sicherheitsaufseher auf dem Beifahrersitz vorgeschrieben, und der Einsatzbereich bleibt auf ein kleines, klar abgegrenztes Gebiet beschränkt.

Verzögerte Einführung

Die Einführung der Robotaxis erfolgt nach zahlreichen Verzögerungen und mehr als einem Jahrzehnt unerfüllter Versprechen des Tesla-Gründers bezüglich selbstfahrender Autos. Branchenexperten sehen in der Fähigkeit des Unternehmens, Robotaxis und humanoide Roboter zu entwickeln, einen wesentlichen Grund für Teslas außergewöhnlich hohe Marktbewertung, die den Elektroautobauer zum mit Abstand wertvollsten Automobilhersteller der Welt macht.

Die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Betrieb wurden erst kürzlich geschaffen: Der republikanische Gouverneur von Texas, Greg Abbott, unterzeichnete am Freitag ein Gesetz, das für fahrerlose Fahrzeuge eine staatliche Genehmigung vorschreibt. Obwohl das Gesetz erst am 1. September in Kraft tritt, signalisiert die Zustimmung des Gouverneurs, dass Politiker beider Parteien einen vorsichtigen Umgang mit der Technologie autonomer Fahrzeuge befürworten.

Die neue Regelung stellt eine Abkehr von der bisherigen Haltung des Bundesstaates dar, der 2017 noch ein Gesetz verabschiedet hatte, das Städten ausdrücklich untersagte, selbstfahrende Autos zu regulieren.

Rechtliche Anforderungen

Das neue Gesetz verpflichtet die Betreiber autonomer Fahrzeuge, vor der Nutzung öffentlicher Straßen eine Genehmigung der texanischen Kraftfahrzeugbehörde einzuholen. Der Bundesstaat behält sich das Recht vor, Genehmigungen zu widerrufen, wenn selbstfahrende Autos „die Öffentlichkeit gefährden“. Zudem können Unternehmen verpflichtet werden, Informationen darüber bereitzustellen, wie Polizei und Rettungsdienste im Notfall mit den autonomen Fahrzeugen umgehen sollen.

Der kommerzielle Betrieb autonomer Fahrzeuge bleibt ein risikoreiches und aufwendiges Unterfangen. General Motors musste seinen Robotaxi-Dienst Cruise nach einem tödlichen Unfall einstellen.

Regulierungsbehörden beobachten Tesla und seine Konkurrenten – darunter Alphabets Waymo, das bereits in mehreren US-Städten Robotaxis betreibt, und Amazons Zoox – mit erhöhter Aufmerksamkeit.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen