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Systemwechsel

Schluss mit Bargeld für Asylwerber: So funktioniert die neue Bezahlkarte

Schluss mit Bargeld für Asylwerber: So funktioniert die neue Bezahlkarte
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Bargeld ade: Asylwerber in Kärntens Bundesquartier erhalten ab September eine Sachleistungskarte statt Geld. Das Land prüft die Einführung des Systems für alle Einrichtungen.

In Kärntens einzigem Bundesquartier wird die Bargeldauszahlung für Asylwerber mit September eingestellt. Stattdessen erhalten die Betroffenen künftig eine Sachleistungskarte für ihre Grundversorgungsleistungen. Auch die Kärntner Landesregierung prüft derzeit die Einführung dieses Systems.

Die Bundesbetreuungsagentur (BBU) betrachtet diese Umstellung als wesentlichen Fortschritt bei der Sicherheit und Kontrolle von Unterstützungsleistungen. In der Einrichtung in Finkenstein betrifft diese Änderung aktuell 41 Personen.

Die Umstellung von Bargeld auf elektronische Bezahlkarten erfolgt schrittweise in allen österreichischen Bundesbetreuungseinrichtungen für Asylwerber. Spätestens Mitte September wird das neue Zahlungssystem in sämtlichen acht Bundesquartieren implementiert – darunter auch in der Einrichtung in Finkenstein, dem einzigen Bundesquartier Kärntens.

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Funktionsweise der Karte

Die neue Sachleistungskarte entspricht im Erscheinungsbild einer herkömmlichen Bankomatkarte. Künftig werden darauf das monatliche Taschengeld von 40 Euro sowie Vergütungen für gemeinnützige Tätigkeiten elektronisch gutgeschrieben. Die Verwendungsmöglichkeiten beschränken sich auf notwendige Anschaffungen wie Lebensmittel oder Medikamente, während Alkoholkäufe, Glücksspiel und Auslandsüberweisungen gesperrt sind.

Auch auf Landesebene wird die Einführung der Sachleistungskarte erwogen. Das Land Kärnten betreibt derzeit etwa 50 Asyleinrichtungen mit insgesamt 1.905 Personen in der Grundversorgung, die ihre Leistungen bislang in Bargeldform erhalten.

Erfahrungen aus der Testphase

In Oberösterreich läuft bereits ein Pilotprojekt mit 85 ausgegebenen Karten in sieben Betreuungseinrichtungen. Dort arbeiten Organisationen wie das Rote Kreuz, die Volkshilfe und die Diakonie an der Erprobung des Systems. Die technische Umsetzung ermöglicht den Nutzern, ihren Kontostand online oder per App einzusehen.

Im oberösterreichischen Modell wurde die Möglichkeit einer einmaligen gebührenfreien Barauszahlung von 40 Euro eingeräumt, während weitere Abhebungen kostenpflichtig sind. Neben dem Taschengeld können bis zu 110 Euro für gemeinnützige Tätigkeiten auf die Karte geladen werden.

Kärntens Pläne

Die für Flüchtlingswesen zuständige Landesrätin Sara Schaar (SPÖ) signalisiert Bereitschaft für das neue System: „Die laufende Betaphase ist zwischen den teilnehmenden Bundesländern und der BBU abgestimmt, um anfängliche Schwierigkeiten frühzeitig zu beheben.“ Nach erfolgreichem Abschluss dieser Testphase behält sich das Land Kärnten vor, ebenfalls auf das neue System umzusteigen.

Neben dem Sicherheitsaspekt soll die Karte laut Schaar auch administrative Vereinfachungen bringen. Allerdings gibt es zwischen den Bundesländern regionale Unterschiede bei der Umsetzung, da einige weiterhin auf Bargeldauszahlung setzen, während andere die Sachleistungskarte bereits implementieren.