Start NEWS PANORAMA „Schmetterling ohne Flügel“: Ismail bekommt kein Stipendium von bosnischen Behörden
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„Schmetterling ohne Flügel“: Ismail bekommt kein Stipendium von bosnischen Behörden

Der siebenjährige Schwimmer erzielte bereits große Erfolge. (Foto: zVg.)

Ismail Zulfić aus Zenica zählt bereits in seinen jungen Jahren zu den großen Helden seines Landes und der Region, da er trotz seiner Einschränkung wie ein Profisportler schwimmt. Nun weigern sich aber die bosnischen Behörden dem siebenjährigen ein Stipendium auszustellen.  

Es gibt wohl kein Balkanmedium, das nicht über den kleinen „Schmetterling ohne Flügel“ (leptir bez krila), wie er auch genannt wird, geschrieben hat. Auch internationale Medien wie Reuters und Deutsche Welle wurden auf den tapferen Schwimmer, aufgrund seiner Leistung, aufmerksam (KOSMO hat berichtet).

Ismail Zulfić aus der bosnischen Stadt Zenica gewann zahlreiche Medaillen und Auszeichungen bei Schwimmwettbewerben. Volle Unterstützung erhielt der Bub auch vom Hollywood-Schauspieler Ashton Kutcher, dem bosnischen Sportverband für Menschen mit Beeinträchtigung und etlichen bosnischen Sportlern. Verheerend ist, dass der sportliche Ehrgeiz von Ismail Zulfić weltweit Anerkennung gefunden hat, nur nicht bei den bosnischen Behörden.

Keine finanzielle Unterstützung
In seiner Heimatstadt Zenica startete der Stadtrat Rusmir Isak eine Initiative, um den Siebenjährigen mit einem Stipendium zu fördern. Für die Eltern war dies ein wichtiges Signal, dass ihr Kind auch in ihrer Heimat eine angemessene Unterstützung erhält. Doch die Behörden lehnten die Initiative ab. Der Entschluss wurde damit begründet, dass ein derartiges Stipendium nicht im Budget vorgesehen war.

Für die Eltern ein Schlag ins Geschicht. „So ist das Land und das System in dem wir leben. Ismail steht am Anfang seiner Karriere und wir hoffen, dass sein Talent irgendwann auch in seiner Stadt anerkannt wird. Während der zweieinhalb Jahre Training hat er große Erfolge, mit Hilfe von Familie und Freunden, erzielt“, sagt Elmina Zulfić gegenüber der bosnischen Tageszeitung „Dnevni Avaz“.