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Medikamentenrisiko

Sehverlust durch Abnehmspritze: Erste Patienten kassieren 107.000 Euro

Sehverlust durch Abnehmspritze: Erste Patienten kassieren 107.000 Euro
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2 Min. Lesezeit |

Dänemark zahlt erstmals Entschädigungen für Sehschäden durch beliebte Abnehm- und Diabetesmedikamente. Vier Patienten erhalten insgesamt 107.000 Euro.

Nach der Einnahme der Medikamente Wegovy und Ozempic ist bei einigen Patienten die Augenkrankheit NAION aufgetreten. Diese nicht-arteriitische anteriore ischämische Optikusneuropathie (Sehnerv-Durchblutungsstörung) führt zu erheblichen und meist dauerhaften Beeinträchtigungen des Sehvermögens. Der zuständige Ausschuss der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) kam im Juni zu dem Ergebnis, dass NAION als sehr seltene Nebenwirkung bei Präparaten mit dem Wirkstoff Semaglutid einzustufen ist.

Die EMA rät Patienten, die während der Behandlung mit Semaglutid einen plötzlichen Sehverlust oder eine schnelle Verschlechterung ihrer Sehkraft bemerken, umgehend ärztlichen Rat einzuholen. „Wenn NAION bestätigt wird, sollte die Behandlung mit Semaglutid beendet werden.“

Entschädigungszahlungen bewilligt

Die dänische Behörde für Patientenschadenfälle (Patienterstatningen) hat nun vier Patienten staatliche Entschädigungen zugesprochen, nachdem diese durch die Anwendung des Abnehmmittels Wegovy beziehungsweise des Diabetesmedikaments Ozempic schwere Sehschäden erlitten hatten. Die Gesamtsumme der Entschädigungszahlungen beläuft sich auf umgerechnet etwa 107.000 Euro.

Insgesamt haben laut der dänischen Behörde bislang 43 Patienten Entschädigungsanträge eingereicht. Von den fünf bisher bearbeiteten Anträgen wurden vier bewilligt und einer abgelehnt.

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Komplexe Risikofaktoren

Die Behörde betont die Komplexität dieser Fälle – einerseits aufgrund der relativen Neuheit der Medikamente, andererseits weil die betroffenen Patienten durch ihre Grunderkrankungen wie Diabetes und Bluthochdruck ohnehin ein erhöhtes Risiko für NAION aufweisen.

Die vom dänischen Pharmakonzern Novo Nordisk hergestellten Präparate Ozempic und Wegovy erfreuen sich auch in Österreich großer Beliebtheit.

Sie sind hierzulande für die Behandlung von Diabetes Typ 2 beziehungsweise Adipositas zugelassen.

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KO KOSMO-Redaktion
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