Zwischen Smartphones und Selfies empfängt der Vatikan erstmals katholische Influencer. Das Kirchenoberhaupt nutzt den Moment für eine dringliche Botschaft zur digitalen Zukunft.
Papst Franziskus warnte am Dienstag eindringlich davor, die Menschenwürde im Zeitalter der künstlichen Intelligenz zu gefährden. Bei der ersten Messe für katholische Influencer im Vatikan betonte das Kirchenoberhaupt: „Alles, was menschlicher Einfallsreichtum hervorbringt, darf niemals die Würde anderer untergraben.“ Unsere heutige Kultur ist stark von Technologie geprägt – es liegt in unserer Verantwortung sicherzustellen, dass sie menschlich bleibt.
Die Anwesenden empfingen den Papst mit stehenden Ovationen und dokumentierten den historischen Moment mit unzähligen Handy-Aufnahmen. In seiner Ansprache ging Franziskus auf die tiefgreifenden Veränderungen ein, die KI mit sich bringt: „In einer Zeit, in der die digitale Dimension allgegenwärtig ist und künstliche Intelligenz eine völlig neue Geografie im Leben der Menschen zeichnet“, müssen wir uns dieser Herausforderung stellen – indem wir unsere Fähigkeit zum Zuhören, zum Sprechen, zum Verstehen und Verstanden-Werden neu reflektieren.
KI-Risiken reflektieren
Bereits im Juni hatte der Papst bei der zweiten KI-Konferenz in Rom vor möglichen Schattenseiten der Technologie gewarnt: „Wir alle sorgen uns um das Wohl der Kinder und Jugendlichen und die potenziellen Auswirkungen von KI auf ihre intellektuelle und neurologische Entwicklung. Noch nie hatte eine Generation so schnellen Zugang zu solchen Informationsmengen. Doch der Zugang zu Daten, wie umfangreich auch immer, darf nicht mit echter Intelligenz verwechselt werden.“
Franziskus hat die Risiken der künstlichen Intelligenz mehrfach als zentrale Herausforderung seines Pontifikats bezeichnet. In verschiedenen Ansprachen betont er, dass der technologische Fortschritt nicht auf Kosten von Menschenwürde, Gerechtigkeit und Arbeit gehen dürfe. Der Papst fordert eine ethische und am Gemeinwohl orientierte Entwicklung von KI, die insbesondere auch die Rechte von weniger qualifizierten Arbeitnehmern schützt.
Digitale Mission
Der Papst rief die digitalen Missionare und katholischen Influencer dazu auf, als „Agenten der Gemeinschaft“ zu wirken und „Netze zu reparieren“ – sowohl im Internet als auch in den Herzen jener Menschen, die den Lebenssinn verloren haben. Die heutigen Netzwerke, das Internet und soziale Plattformen erforderten dieselbe Aufmerksamkeit und Geduld, mit der einst die Apostel ihre Fischernetze flickten. „Es geht um eine Welt, die von Feindseligkeit und Kriegen zerrissen ist“, mahnte der Papst und forderte die jungen Menschen auf, „Friedensbringer“ zu sein, wo immer sie sich befinden.
Die Risiken der künstlichen Intelligenz sind ein Thema, das Franziskus regelmäßig aufgreift. In seinen Ansprachen hebt er hervor, dass die Kirche ihre soziale Lehre als Antwort auf die „neue industrielle Revolution“ durch KI einbringt und ruft zu Verantwortung im Umgang mit digitalen Technologien auf.
Katholische Influencer greifen diese Botschaften in ihren Social-Media-Kanälen aktiv auf. Sie thematisieren ethische Leitlinien und warnen vor den Gefahren der Technologie, während sie gleichzeitig zur verantwortungsvollen Nutzung digitaler Werkzeuge aufrufen. Ihre Inhalte zielen darauf ab, kirchliche Werte wie Mitgefühl, Authentizität und Gemeinschaft auch online zu vermitteln und junge Zielgruppen für einen reflektierten Umgang mit KI zu sensibilisieren.