Mit einer palästinensischen Flagge sorgt Balkan-Star Senidah für einen emotionalen Moment bei ihrem ausverkauften Konzert in Sarajevo – und spaltet ihre Fangemeinde.
Die slowenische Sängerin Senidah begeisterte bei ihrem ausverkauften Konzert in der Skenderija-Halle in Sarajevo nicht nur mit ihrer Musik, sondern auch mit einer politischen Botschaft. Während ihres Auftritts hielt die Balkan-Musikerin die palästinensische Flagge hoch – eine Geste, die vom Publikum mit lautem Applaus und Jubel quittiert wurde.
Nach dem symbolträchtigen Moment wandte sich Senidah mit emotionalen Worten an ihre Fans: „Das soll gesehen werden, das soll gehört werden! Wenn wir sagen: ‚Hallo, hallo‘, wenn sie sagen: ‚Hallo, hallo‘, sind wir für sie da.“ Mit einem Augenzwinkern fügte sie hinzu: „Danke für diese Flagge. Darf ich sie behalten? Ich scherze nur, ich habe bereits eine zu Hause.“
In den sozialen Medien löste die Solidaritätsbekundung gemischte Reaktionen aus. Während viele Nutzer die Unterstützung für die Menschen in Gaza als wichtiges Zeichen würdigten, kritisierten andere den Zeitpunkt. Für manche kam die Geste zu spät und wirkte wie ein kalkulierter PR-Schachzug der Künstlerin.
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Verbundenheit mit Sarajevo
Erst kürzlich hatte Senida Hajdarpasic, wie die Musikerin mit bürgerlichem Namen heißt, in einem Interview ihre tiefe Verbundenheit mit Sarajevo betont: „Ich habe so viel gemeinsam mit diesen Menschen, diese Seele und dieser Sevdah. Ich kam schon als Kind hierher und habe immer noch Familie hier.“ Wir haben Verwandte hier in Sarajevo.“
Erfolgreiche Tournee
Das Konzert in der bosnischen Hauptstadt reiht sich in Senidahs erste große Regionaltournee ein, die sie demnächst auch nach Ljubljana führen wird. Begonnen hatte die Konzertreihe im vergangenen Sommer mit einem vielbeachteten Auftritt im Belgrader Tasmajdan-Stadion. Fans und Kritiker lobten diesen als einen der beeindruckendsten Auftritte der letzten Jahre. Besonders hervorgehoben wurde, dass Senidah – im Gegensatz zu vielen anderen Stars – ihr Publikum nie aufforderte, für sie zu singen.
Stattdessen überzeugte sie mit eigener stimmlicher Leistung, auch wenn ihre Fans im Tasmajdan bei den größten Hits des Balkan-Stars versuchten, lauter zu sein als die Künstlerin selbst.