Luxor schreibt Geschichte – buchstäblich. Ein 3.000 Jahre altes Grab gibt Einblicke in eine längst vergangene Welt.
Am Westufer von Luxor ist Archäologen ein außergewöhnlicher Fund geglückt. Das ägyptische Tourismus- und Antikenministerium bestätigte die Entdeckung am Sonntag, dem 12. Juli.
In der Nekropole von Scheich Abd el-Kurna haben Wissenschaftler der Universität Leiden eine Grabanlage freigelegt, die auf ein Alter von rund 3.000 Jahren geschätzt wird. Die archäologische Mission der niederländischen Universität arbeitet seit 2018 in Kooperation mit dem ägyptischen Ministerium für Tourismus und Antiken im unteren Teil der Nekropole. Die Stätte wird einem Mann namens Paser zugeordnet. Aufgrund des künstlerischen Stils der dort angebrachten Inschriften datieren die Archäologen das Grab in die Ramessidenzeit (Epoche der Pharaonen-Dynastie Ramses).
Pasers Grabanlage
Die Anlage gliedert sich in einen offenen Vorhof, der zu einer in den Fels eingetieften Kapelle in der Form eines umgekehrten „T“ führt. Darunter erstrecken sich unterirdische Grabkammern. Im Bereich des Hofes stießen die Forscher auf mehrere gut erhaltene Bauelemente – darunter eine Lehmziegelbank, die zur Aufstellung einer Totenstele diente, sowie eine von Rampen gesäumte Treppe, die zum Eingang der Anlage führt.
Im Inneren des Grabes kamen Inschriften zutage, die den Namen Paser tragen. Sie zeigen ihn bei der Verehrung verschiedener Gottheiten in Schreinen sowie gemeinsam mit seiner Frau an einem Opfertisch sitzend. Die Grabanlage folgt dem klassischen Grundriss der sogenannten thebanischen Gräber aus dem Neuen Reich, das den Zeitraum von 1570 bis 1069 v. Chr. umfasst.
Tourismus im Fokus
Ägypten präsentiert in regelmäßigen Abständen bedeutende archäologische Neufunde. Die zuständigen Behörden verbinden damit die Hoffnung, den Tourismus zu beleben, der für die ägyptische Wirtschaft eine zentrale Rolle spielt.
Luxor gilt als eine der weltweit bedeutendsten Städte für antike Kulturdenkmäler.